Bodetal - Gastbeitrag von Hartmut Gräfenhahn

Hartmut Gräfenhahn am 08.05.2019:

Bin ich in den Bergen, geht mein fotografischer Blick nicht nur nach oben, sondern auch nach ganz unten. In den Tälern fließt in der Regel ein Bergbach. Und wenn dieser nicht durch Menschenhand verändert wurde, zeigt sich oft eine archaische Wildheit. Nun ist es von Berlin leider etwas weit bis in die Alpen, aber auch im relativ nahen Harz finden sich die wilden und für mich sehr fotogenen Bergbäche.

Das Bodetal bei Thale ist ein solches wildes Bergbachtal. Hier hat man das (positive) Kunststück fertig gebracht, ein Naturkleinod behutsam touristisch zu erschließen. Nur der Eingang zum Bodetal hat Disneylandcharakter.

Am ersten Maiwochenende diesen Jahres war ich nun mit Mario und fünf weiteren Mitfahrern zur einem fotografischen Tagesausflug angereist. Meine Erwartungen und Erinnerungen von einem Besuch von vor ca. 20 Jahren wurden mehr als erfüllt. Technische Unzulänglichkeiten erschwerten jedoch meine Fotografie. Neben meinen beiden Fujis, dem 55-200, Stativ und ND-Filter hatte ich noch ein älteres Tokinazoom 12-24 mm aus Nikonzeiten, montiert an einen Fujibajonettadapter, dabei. Letzterer erwies sich als nicht lichtdicht. Zudem ließ die Schärfeleistung des 12-24 zu wünschen übrig. Eine adapterbedingte Dezentrierung? Sei es drum, die fotografische Ausbeute war geschmälert.

Bodetal Thale Hartmut Gräfenhahn

Noch kurz zu meinen Bildern. Das Thema flauschige Bergbachfotografie ist total abgegriffen. Fotografien von Bergbächen in Fotozeitschriften, Bildbänden und im Internet sind sehr häufig so fotografiert. Aber ich mag das sehr ..... .

Bodetal Thale Hartmut Gräfenhahn

Bodetal Thale Hartmut Gräfenhahn

Bodetal Thale Hartmut Gräfenhahn

Und dann hat noch Alzheimer zugeschlagen. Ich hatte in einem Anfall von Kreativität geplant, meine Bergbachfotografie mit einem ins Bild gehaltenen kleinen Spiegel zu variieren. Doch der Spiegel wurde vergessen und im dunklen Seitenfach meiner Fototasche ohne Einsatz einen ganzen Tag durch die Gegend getragen.

Hartmut Gräfenhahn



Anmerkung der Linsen-Suppe:

Besten Dank an Hartmut für die Fremdkost in der Linsen-Suppe. An diesem Tag gab es wohl eine kollektive Amnesie. Christian hatte sein Stativ vergessen. Ich hatte extra die wasserdichte Kamera meiner Tochter eingepackt, um an seichteren Stellen ein paar Bilder auf Höhe der Wasserlinie zu machen. Natürlich habe auch ich diese den ganzen Tag ohne weiteren Einsatz durch das Bodetal in meinem Rucksack geschleppt. ;-)

Es soll unscharf sein!

Scharfe Bilder machen kann ja mittlerweile Jeder! Es bedarf heute keiner hochpreisigen Profi-Technik, um Fotos zu machen, die auch auf den zweiten Blick knackig und detailreich sind.

Nach ein paar Erkältungstagen war ich froh, am Wochenende wieder etwas frische Luft schappen zu können. Mit befreundeten Fotografen aus Berlin sollte es in das Harzer Bodetal gehen. Dort wollten wir Naturaufnahmen machen. Die obligatorisch unscharfen und verwaschenen Bilder des Wasserlaufes sollten hier natürlich nicht fehlen. Obwohl ich diese Bilder sehr gern ansehen, habe ich stärkere Wasserströmungen auf diese Weise noch nie abgelichtet. Zwar ist die Elbe öfter mal im Bild, aber die Wasserbewegung ist doch eher "gemütlich" und weniger "spektakulär".

So soll es aussehen: Bodetal Harz Thale Bode Langzeitbelichtung iPhone SE

Etwas Hintergrundwissen zur Erstellung solcher Bilder für Neueinsteiger:

Die Aufnahmen entstehen mit einer längeren Belichtungszeit. Während die sich nicht bewegenden Felsen scharf abgebildet werden, verändert sich das Wasser durch das dynamische Fließen und der sich verändernden Lichtreflexionen im Laufe der Belichtung. Jeder von Euch hat sicherlich schon einmal ein Foto gemacht, auf dem eine sich bewegende Person vor einem scharfen Hintergrund unscharf ist. Wir wollen jetzt bewusst dieses verschwommene Wasser!

Damit dieser Effekt auch deutlich auftritt, sind Belichtungszeiten von mehreren Sekunden notwendig. Dafür ist ein Stativ unverzichtbar. Längere Belichtungszeiten sind an besseren Kameras und verschiendenen Smartphone-Apps einstellbar. Die lange Belichtungszeit sorgt aber auch für zu viel Licht auf dem Sensor. Das Bild wird überbelichtet und ist zu hell oder im schlimmsten Fall komplett weiß. Durch das Schließen der Blende kann man die Lichtmenge reduzieren. Dies reicht tagsüber aber noch immer nicht für eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden. Für diesen Zweck kommen ND-Filter, auch Graufilter genannt, zum Einsatz. Es handelt sich um eine "Sonnenbrille" für die Kamera. Eine getönte Scheibe als aufgeschraubter Filter vor dem Objektiv läßt nur noch einen Bruchteil des Lichtes durch. Und auf diese Weise sind je nach Stärke des ND-Filters auch sehr lange Belichtungszeiten möglich.

Wenn man von aufwendigen Filterkontruktionen einmal absieht, werden zu bezahlbaren Preisen meist runde Objektivfilter angeboten. Für unterschiedliche Objektivgrößen und Durchmesser sind jeweilige Filter verfügbar. Ohne Filteradapter hat man dann schnell mal eine ansehnliche Menge an UV-Filtern, Pol-Filtern und ND-Filtern für unterschiedliche Objektive in der Fototasche.

Bei leicht bedecktem Himmel, also sehr schönen Lichtbedingungen, ging es in's Bodetal nach Thale.

Bodetal Bode Harz Thale Sigma DP1S

Ich habe zunächst mit der SIGMA DP1S gearbeitet und diese auch einige Male auf ein Stativ gestellt. Da sich an der Kompaktkamera mit ausfahrendem Objektiv ohne Umwege kein ND-Filter befestigen läßt, zeigt sich hier ohne ND-Filter die Grenze der Belichtungszeit durch Schließen der Blende. Die Belichtungszeiten blieben auch beim Wechsel auf ISO50 und der maximalen Blende 11 jeweils unter einer Sekunde. Für unser Ziel ist dies noch zu kurz.

Bodetal Bode Harz Thale Sigma DP1S

Bodetal Bode Harz Thale Sigma DP1S

Auch an diesem Tag lieferte die SIGMA Baujahr 2009 ordentliche Bilder ab. Die Belichtungszeiten blieben für die erwünschten "Flauschbilder" aber zu kurz. Ich habe deswegen nur noch ein paar "normale" Aufnahmen mit der Kamera gemacht.

Bodetal Bode Harz Thale Sigma DP1S

Bodetal Bode Harz Thale Sigma DP1S

Bis hierhin, vom ersten Beispielbild einmal abgesehen, stammen alle Bilder aus meiner Sigma DP1S:

Doch wer jetzt denkt, dass ich für die kommenden "Flauschbilder" das große Besteck mit Objektiven und ND-Filtern eingesteckt habe, der irrt. ;-)

Zum Einsatz kam ... mein iPhone!!!

Erst einmal die Bilder, dann die Erklärung:

Bodetal Bode Harz Thale iPhone SE

Bodetal Bode Harz Thale iPhone SE

Bodetal Bode Harz Thale iPhone SE

Bodetal Bode Harz Thale iPhone SE

Die Bilder sehen doch ganz gut aus. Oder?

Ich hatte einfach keine Lust, das zusätzliche Glas mitzuschleppen und vor Ort dann permanent zu wechseln. Aus diesem Grund habe ich das iPhone auf das Stativ gestellt und mit der APP "Slow Shutter" aufgenommen. Technisch gesehen kann das iPhone hier nicht mit verstellbaren Blende oder einem vorhandenen ND-Filter dienen. Vielmehr nimmt das iPhone ein Video auf. Die Einzelbilder des Videos werden dann verrechnet und bringen den erwünschten verwaschenen Effekt.

Das iPhone macht also doch unscharfe Aufnahmen. Ich habe es immer gewusst! ;-)

Das Buch zur Olympus PEN E-PL9

Vor ein paar Tagen durfte ich zum ersten Mal eine Olympus PEN E-PL9 in den Händen halten. Diese Kamera interessierte mich sehr, da Olympus Funktionen in seine preiswerteren Kameras einbaut, die andere Hersteller sonst nur den höherpreisigen Modellen gönnen.

Leider konnte ich mich aus verschiedenen Gründen nicht mit der Kamera anfreunden. Zurück blieb ein Buch, welches mir beim Kennenlernen einiger Funktionen helfen sollte. Zum Glück habe ich auch ohne eine vorhandene PL9 einen Blick in diese Ausgabe geworfen und wurde positiv überrascht. Das praktische Anwenderbuch für die PL9 ist mehr als nur eine einfache Anleitung für diese Kamera.

Olympus PEN E-PL9 das Buch von Franzis-Verlag

Im ersten Teil des Buches erläutert Reinhard Wagner im lockeren und verständlichen Stil die Grundbegriffe und Zusammenhänge der Fotografie. Diese werden später auch detaillierter beschrieben und beziehen sich in erst in der zweiten Hälfte des Buches immer mehr auf die PL9. Dabei können die Erkenntnisse auf andere Kameras übertragen werden. Sicherlich ist es vorteilhaft zu sehen, wo die jeweilige Funktion nun genau im Menü der PL9-Kamera versteckt ist. In der Regel kann man diese Einstellungen auch bei einer anderen Olympus oder gar Fremdkamera finden.

Spätestens bei den Art-Filtern wird dann direkt Bezug auf die PL9 genommen. Der jeweilige Bildlook, der sich auf die JPEG-Aufnahmen bezieht, wird mit Anwendungsbeispielen erläutert und einem Foto vorgestellt. Neben dem Sinn und Unsinn von 4k-Videoaufnahmen und dem Durchführen eines Firmware-Update geht das Buch aus dem Franzis-Verlag auch auf Themen wie das richtige Blitzen und eine sinnvolle Objektivauswahl ein.

Ich halte den Umfang des 318 Seiten dicken Einbandes für sehr gelungen und für jeden Einsteiger geeignet. Wer eine PL9 besitzt, wird jedes beschriebene Detail an seiner Kamera nachstellen können. Wer das Vorgängermodell PL7 oder PL8 besitzt, wird fast alle Erkenntnisse auch auf seine Kamera übertragen können.

Das Buch kostet im Handel 34,90 EUR. Dies entspricht ungefähr 6 Prozent des Neupreises einer Olympus PEN E-PL9. In Zeiten, in denen stylische Kameragurte teilweise das Mehrfache kosten, ist das Buch in meinen Augen für den Anfänger und Neukäufer einer PL9 (auch als Geschenk) gut geeignet und lohneswert.

Das Buch zur Kamera:

Prag - Sigma DP1S Nachreiche

Falls es doch noch jemanden interessiert: Die Sigma DP1S blieb in Prag fast die ganze Zeit in der Tasche. Nur wenige Mal sah sie Licht. Doch wenn einmal losgelassen, zaubert der Foveon-Sensor sehr plastische Bilder mit typischem Kontrast und Farben.

Prag Wenzelsplatz Sigma DP1S

Prag Kafka Kopf Sigma DP1S

Aufgenommen mit meiner Sigma DP1S:

Fujifilm X10 in Prag - JPEGs reichen

Als es über Ostern nach Prag ging, stand nunmehr eine Fujifilm X10 zur Verfügung. Zusammen mit der X100 bildet sie ein sinnvolles und interessantes Gespann. Ich habe mich aber gegen das besagte Set entschieden. Mit der größeren X100 in der Tasche hätte ich wahrscheinlich viel zu selten zur kleinen Schwester X10 (oder ist es der Bruder?) gegriffen.

Als kompakte und sensortechnische Alternative habe ich die Sigma DP1S in die Tasche gepackt. Und das war auch gut so. Fast alle Aufnahmen habe ich mit der kleinen X10 gemacht und mir diese genauer anschauen können.

Der Wenzelsplatz bei Sonnenschein: Fujifilm X10 in Prag Wenzelsplatz

Zum Glück besitzt die Fujifilm X10 einen optischen Sucher. In Prag schien bei sommerlichen Temperaturen schonungslos die Sonne. Mit dem blendenden Display auf der Rückseite war man hier doch eingeschränkt. Dem optischen Sucher der X10 werden zwar keine Lobeshymnen nachgesungen; zur Wahl des Bildausschnittes ist das helle optische Element aber als Alternative gut geeignet. Der Bildausschnitt beträgt ca. 85 Prozent. Also ist auf dem späteren Bild letztlich immer etwas mehr zu sehen. Entweder man plant dies bereits bei der Aufnahme ein, oder man lässt sich somit etwas Reserve zum späteren Beschneiden.

Mit 12MP ist die Qualität für viele Anwendungsfälle erst einmal ausreichend. Verwendet man dann den hardwareseitigen EXR-Modus, reduziert sich die Auflösung auf 6MP. Hier stehen kaum noch Pixel-Reserven für einen späteren Beschnitt zur Verfügung.

Ich habe mir die normalen 12MP und den EXR-Modus auf die Benutzereinstellungen C1 und C2 gelegt. Diese sind mit dem Drehradschalter auf der Oberseite der Kamera schnell erreichbar. Tagsüber habe ich meist mit den 12MP fotografiert. Bei wenig Licht habe ich dann auf EXR mit 6MP gewechselt.

Runter in die Metro mit der Rolltreppe: Fujifilm X10 in Prag - Runter in die Metro per Rolltreppe

Die Bildqualität ist bei EXR und 6MP noch überraschend hoch und besitzt im Low Light deutlich weniger Rauschen. Ich habe mehrere Berichte gelesen, wo Anwender aus Bequemlichkeit den EXR-Modus permanent nutzen.

Ich bin ein großer RAW-Anhänger und bearbeite gern meine Bilder. Dies habe ich auch bei den Bildern der Fujifilm X10 machen wollen und parallel JPEG und RAW aufgenommen. Bei der späteren Anwendung meiner Standard-Bildprofile und Bearbeitung der RAWs in Lightroom fiel mir aber auf, dass diese tendenziell mehr rauschten und auch mit Nachschärfen an Qualität gegenüber dem JPEG einbüssten. Dies ist mir bisher noch bei keiner Kamera vorgekommen. Grund hierfür sind nicht nur die sehr gute JPEG-Engine der Kamera. Auch andere Anwender berichten, dass fremde RAW-Konverter Ihre Probleme mit dem EXR-Sensor der kleinen Fujifilm haben.

Ich habe mich deshalb entschlossen, hier nur JPEGs zu zeigen, wie sie tonal aus der Kamera fielen. Ich habe sie in Lightroom nur ggf. begradigt und verkleinert. Und ja, ein Wasserzeichen kam auch noch rein. ;-)

Da ich ursprünglich die RAW-Bilder verwenden wollte, habe ich tagsüber mit den Filmsimulationen der Kamera herumgespielt. Aus diesem Grund sind einige der Bilder auch Schwarz/Weiß mit aktiviertem Gelbfilter. Die restlichen Bilder sind in der lebendigen VELIVA-Filmsimulation aufgenommen.

Die originalen Farben und auch die Schwarz/Weiß-Kontraste gefallen mir überraschend gut. Ich habe schon überlegt, eine Challenge "1 Monat ohne RAW" zu starten. ;-)

Musik auf der Karlsbrücke: Fujifilm X10 in Prag - Musik auf der Karlsbrücke

Fujifilm X10 in Prag

Fujifilm X10 in Prag

Meine Tochter fand den Panda "gruselig"; er beobachtete uns ;-) : Fujifilm X10 in Prag

Und wenn man nicht erkannt wird, darf man sich auch verspielen: Fujifilm X10 in Prag

Der Kopf von Franz-Kafka (also die Skulptur) wiegt 39 Tonnen!!! : Fujifilm X10 in Prag - Franz Kafka

Fujifilm X10 in Prag  - Franz Kafka

Wieder bunt: Fujifilm X10 in Prag - Wasserpflanzen auf Innenhof

Fujifilm X10 in Prag

Fujifilm X10 in Prag

Fujifilm X10 in Prag

Fujifilm X10 in Prag

Und habe ich nun etwas vermisst? Nicht wirklich!

Die Bilder der Fujifilm X10 sind meines Erachtens an Größe und Alter des Sensors gemessen sehr gut. Um den Hals gehängt war die kleine und kompakte Kamera am Wochenende als Reisekamera sehr gut geeignet. An die Bildqualität einer APS-C oder gar Vollformatkamera kommt sie nicht heran. Muss sie auch nicht. Ich habe keinen der vorwiegend asiatischen Touristen beneidet, die sich mit Ihren kiloschweren Kamera-Boliden abmühten.

Alle Bilder direkt als JPEG aufgenommen mit einer Fujifilm X10:

Kamerawahn

Die Verkaufszahlen von Harley-Davidson brechen ein. Manch Anhänger dieser Kultmarke erfüllte sich in der zweiten Lebenshälfte mit dem Kauf eines Motorrades seinen Jugendtraum. Genau diese Käuferschicht scheint Harley-Davidson aktuell aus unterschiedlichen Gründen wegzubrechen.

Ein wenig fühle ich mich wie einer dieser wenigen Verbliebenen. Zwar habe ich kein Interesse an einer Harley, doch erfülle auch ich mir gelegentlich den einen oder anderen Jugendtraum. Waren es vor einigen Jahren noch verschiedenste Homecomputer, so sind es heute Kameras. Dabei habe ich diese nie gesammelt. Nach genügend Spielerei mit dem begehrten Stück wird schnell auch wieder Platz gemacht und in der Regel verlustfrei verkauft.

Im Vergleich zur aktuellen Kamerawelt war der für mich relevante Homecomputermarkt noch überschaubar. Neben C64 habe ich so auch Kandidaten wie den VC20, C16 oder C128 aus dem Hause Commodore neben Amstrads, Amigas, Apple und Ataris testen können. Böse Zungen behaupten, die guten Computermarken fangen mit einem „A“ an. Dem muss ich als Commodore-Fan widersprechen. ;-)

Meine Kamera-Chronik ist bereits lang. In letzter Zeit kamen aber einige Kameras hinzu, mit denen ich mich mehr oder weniger intensiv beschäftigt habe. Manchmal nur ein paar Tage, manchmal Monate. Letztlich sind es aber immer nur wenige Geräte, die ich zeitgleich besitze. Und im Gegensatz zu Harley ist dies auch finanziell eine überschaubare Sache. Zumindest bei mir, da ich mich eher für Digitalkameras abseits der aktuellen Serie interessiere. Immer schnellere Kamerazyklen lassen die Preise für gute Gebrauchtgeräte purzeln.

Die "Kompakten" unter sich: Kamerawahn Fujifilm Fuji X10 X30 X100 Sigma DP1S Olympus PEN E-P1

Man sagt, Kamerasammler seien keine guten Fotografen. Ich muss dem zustimmen. Man sollte sein Werkzeug schon gut kennen, um es richtig anzuwenden. Im besten Fall bedient man es blind. Dies funktioniert nur, wenn man es oft oder über einen längeren Zeitpunkt verwendet.

Trotzdem kann ich diesem „Spieltrieb“ auch etwas fotografisch Positives abgewinnen. Auf der einen Seite hat man mit einer neuen Kamera wieder einen guten Grund, fotografieren zu gehen. Auf der anderen Seite lernt man mit den Besonderheiten der jeweiligen Geräte auch immer etwas hinzu. Hat eine Kamera keinen eingebauten Blitz und man möchte einen externen Blitz verwenden, fängt man beispielsweise an, sich mit neuen Themen wie Blitzsynchronzeiten zu beschäftigen.

Also bitte nicht wundern, wenn in der Linsen-Suppe gelegentlich ein weiterer Kamera-Klassiker schwimmt und später nicht weiter erwähnt wird. Da wollte jemand nur mal spielen. ;-)

Wieder eine Kamera mit rotem Punkt

Ich habe wieder eine Kamera mit einem roten Punkt!

Doch wer meint, ich habe zu Leica "zurückgefunden", der irrt. ;-)

Nachdem ich in der kleinen Olympus Pen-PL9 zwar eine schöne Kamera, jedoch keinen dauerhaften Begleiter gefunden habe, bin ich über ein günstiges Gebrauchtangebot auf eBay gestolpert. Es ist eine Fujifilm X10.

Ich fand die kleine Kamera schon immer sehr interessant und möchte nun etwas mit ihr herumspielen. Da sie von der Bedienung her sehr an das große Modell X100 angelehnt ist, fühlte ich mich bei der kleinen Schwarzen schnell zu Hause. Um den Auslöser noch besser betätigen zu können, habe ich sie mit einem roten Auslöseknopf ausgestattet. Da ist er also; mein roter Punkt. ;-)

Fujifilm X10 roter Punkt Blog Fuji

Die Fujifilm X10 kam 2011 auf den Markt. Dem kleineren Sensor steht ein lichtstarkes Zoom-Objektiv von 28-112mm zur Seite. An einem Wochenende in Leipzig habe ich im frühen Abendlicht ein paar Aufnahmen mit der Kamera gemacht. Ich finde, die kleine Fuji macht einen guten Job.

Leipzig Innenstadt Fujifilm X10 MDR Tower Dämmerung

Leipzig Innenstadt Fujifilm X10 MDR Tower Dämmerung

Leipzig Innenstadt Fujifilm X10 MDR Tower Dämmerung

Leipzig Innenstadt Fujifilm X10 MDR Tower Dämmerung

Alle Bilder aufgenommen mit einer Fujifilm X10:

Bauwerke (nicht) für die Ewigkeit

Bauwerke wie die zuletzt abgebildete Elbbrücke sollen ja ein Weile halten. Bei diesem Natursteg am Felsensee in Pretzien habe ich da so meine Zweifel.

Egal, sieht trotzdem sehr schön aus ... und gehalten hat er auch. ;-)

Steg am Felsensee Pretzien Sigma DP1S

Steg am Felsensee Pretzien Sigma DP1S

Alle Bilder aufgenommen mit meiner Sigma DP1S:

Nebel am Morgen auf der Elbe

Bevor die Sonne sich Ihrer ganzen Kraft besann, lag am Morgen ein leichter Nebel über den Elbwiesen und dem Wasser.

Kurz nach den Aufnahmen hatte sich der Dunst bereits vollständig verzogen.

Ein alter Baum an der Elbe im Nebel Sigma DP1S

Noch ein alter Baum an der Elbe im Nebel Sigma DP1S

Elbbrücke Schönebeck im leichten Nebel Sigma DP1S

Unter der Elbbrücke Schönebeck  Sigma DP1S

An der alten Elbe Sigma DP1S

Alle Bilder aufgenommen mit meiner Sigma DP1S:

Der Magdeburger Industriehafen

Den Wissenschaftshafen in Magdeburg besuche ich, nicht zuletzt wegen dem sehr zu empfehlenden Restaurant "Daniel's", regelmäßig. An diesem Wochenende zeigte ich einem befreundeten Fotografen aus Berlin auch diese Ecke.

Der Beharrlichkeit meines Besuches sei Dank, habe ich noch weitere interessante Objekte auf diesem Hafengelände entdecken können.

Industriehafen Magdeburg Alte Stahltür mit Farbe Sigma DP1S

Industriehafen Magdeburg Alter Waggon Sigma DP1S

Industriehafen Magdeburg Alter Waggon mit Blick auf Hafen Sigma DP1S

Industriehafen Magdeburg Alter Waggon und Speicher Sigma DP1S



Hartmut und seine Leica X1, die (wie die SIGMA DP1S auch) schon 10 Jahre alt ist:

Hartmut Gräfenhahn mit seiner Leica X1 im Magdeburger Industriehafen

Alle Bilder aufgenommen mit meiner Sigma DP1S:

Die Olympus Pen E-PL9 im Test - (K)eine "Tussikamera" ?

Viele Kamerahersteller beschneiden Ihrer preiswerteren Serien künstlich um Funktionen, die die günstigere Hardware durchaus leisten könnte. Schließlich muss der Aufpreis zu den Top-Modellen begründet sein.

Eine löbliche Ausnahme ist hier Olympus. Der Hersteller aus Japan versieht auch seine Einsteigermodelle mit Features, die sonst oftmals nur den teureren Modellen vorbehalten sind. Und so kam es, dass meine Neugierde auf Funktionen wie 4k-Video, Live Composite, Multi Exposure oder Digital Shift durch das aktuelle Modell Olympus Pen E-PL9 geweckt wurde.

Olympus Pen E-PL9 im Test

Sucht man im Netz nach Erfahrungsberichten und Testaufnahmen aus der PL9, so wird man neben den einschlägigen Testseiten auf auffallend vielen weiblichen Fashionblogs fündig. Mein Eindruck wurde nach kurzer Zeit mit der spitzzüngigen Bezeichnung "Tussikamera" der Bloggerin Silvana vom kalteschnauze-blog.de zum Vorgängermodell bestätigt. Nicht grundlos, denn die schicke und kompakte Kamera, die in verschiedenen Farben erhältlich ist, macht nicht nur in schneeweiß eine hübsche und vor allem extrem stylische Figur.

Ich bestellte mir die schwarz-silberne Variante mit dem originalen Kitobjektiv. Mit umgerechnet 28 bis 84 Millimetern deckt es die gängigen Brennweiten auf dem verhältnismäßig großen MFT-Sensor ab. Eigentlich mag ich einfache und übersichtliche Kameras. Mit der Leica X2, bei der man quasi nur ISO, Belichtungszeit und Blende mit eigenen Elementen einstellen konnte, war ich bedientechnisch bereits völlig zufrieden. Die Olympus besitzt zwar auch einige ergonomische Bedienhilfen, der wirkliche Funktionsumfang wird jedoch erst im Kontext der Untermenüs deutlich. Aus diesem Grund griff ich diesmal zu einem Helferlein und besorgte mir ein Buch zur Kamera aus dem Hause Franzis.

Mann und Handbuch? Ja, dies mag ein ungewöhnlicher Schritt sein; aber es ist ja eigentlich eine "Tussikamera". ;-)

Oder ist es vielleicht doch eine Kamera, die auch "ganze Kerle" benutzen? Die Auflösung der zugegeben etwas provozierenden und nicht ernstgemeinten Frage kommt gleich! Auf jeden Fall ist das Buch zur Klärung einiger mir unbekannten Funktionen sehr sinnvoll. Ich werde in einem gesonderten Beitrag noch einmal ein paar Worte über die illustierte Anleitung verlieren.

Olympus E-PL9 das Buch von Franzis-Verlag

Ausgepackt und in der Hand zeigt sich die Kamera als wahrer Handschmeicheler. Die Kamera erscheint sehr hochwertig und sauber verarbeitet. Zu einem Straßenpreis von ca. 500 Euro bekommt man eine Menge Kamera für sein Geld. Meine SIGMA DP1S ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Im Gegensatz zur lichtschwachen und langsamen SIGMA ist die Olympus eine Rakete. Zur Erinnerung: Die DP1S braucht nicht nur viel Licht, sondern bekommt nur Objekte scharf, die sich nicht schneller als ein Baum bewegen.

Mit beiden Kameras ging es dann raus; ein paar Aufnahmen machen. Und hier zeigt sich die PL9 von einer sehr guten Seite. Die Probeaufnahmen waren extrem scharf und tendenziell etwas wärmer abgestimmt als die alte SIGMA. Auf Internetgröße reduziert sind die Vorteile von 16MP nicht so deutlich, aber durchaus vorhanden. Fokussiert und ausgelöst habe ich mit dem klappbaren Touchdisplay. Dies ermöglicht auch Aufnahmen aus tieferen Positionen.

Ein paar Aufnahmen ohne künstlerischen Anspruch aus der Olympus Pen E-PL9 und SIGMA DP1S zum Vergleich (jeweils bei ca. 28mm Brennweite KB):

Olympus Pen E-PL9: Olympus Pen E-PL9

SIGMA DP1S: Sigma DP1S

Olympus Pen E-PL9: Olympus Pen E-PL9 Sohleturm Schönebeck Bad Salzelmen

SIGMA DP1S: Sigma DP1S Soletum Schönebeck Bad Salzelmen

Warum habe ich die Olympus E-PL9 jedoch zurückgesendet?

Meine Beweggründe sind sehr individuell:

Auf der einen Seite ist das Display durchaus hell und deutlich. Bei direkter Sonneneinstrahlung kommt aber auch diese Anzeige an Ihrer Grenze. Für diese Fälle ist dann ein elektronischer Aufstecksucher die erste Wahl und auch Lösung. Doch gerade diesen optionalen EVF hat das aktuelle Modell PL9 eingespart. Während man an den Vorgängern den elektronischen Sucher erwerben und aufstecken konnte, wurden die Kontakte und somit die Möglichkeit von Olympus wegrationalisiert. Diesen Schritt kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Ein weiterer Punkt ist die Verarbeitung der RAW-Files. Ich bin kein Fan des Adobe Lightroom-Mietmodells. Ich möchte meine Software auch dann noch einsetzen können, wenn es zum Beispiel einen Adobe-Lizenzserver nicht mehr gibt. Viele von uns kennen Geschichten, wo Software nicht mehr funktioniert oder installiert werden kann, weil zwischenzeitlich durch Pleite oder Umfirmierung der notwendige Lizenzserver nicht mehr betrieben wird. Ich möchte diese Diskussion um Vor-und Nachteile der Abo-Modelle jetzt nicht entfachen. Ich selbst habe mich jedoch entschieden, meine als Vollversion erworbene Lightroom-Version 6 bis auf Weiteres zu nutzen. Und diese letzte als Kaufversion erhältliche Software kann mit den neuen RAW-Files der PL9 leider noch nichts anfangen. Natürlich kann ich den Umweg über eine vorzeitige Umwandlung des RAWs in DNG durch den kostenfreien Adobe-RAW-Converter gehen. Dies wäre jedoch eine Abweichung von meinem gewohnten Workflow und für mich ein zusätzlicher Aufwand. Ich habe mich deshalb entschieden, die Kamera nicht zu behalten.

Während ich mich mit dem fehlenden Sucher vielleicht noch abgefunden hätte, macht die Kombination mit dem zu neuen RAW-Format für mich persönlich eine zu große Einschränkung. Dies ist sehr schade, denn Hersteller wie Pentax zeigen mit dem optional auf DNG umschaltbaren RAW-Format, dass es auch anders geht. Bekanntlich werden die verlustfreien DNG-Bilder von allen gängigen Anwendungen unterstützt. Doch sind dies nun direkte Kritikpunkte für die Kamera? Sicherlich nicht. Die eingesparte EVF-Option hätte ich im Vorfeld recherchieren können. Das nicht unterstützte RAW-Format kann man mit dem Converter umgehen.

So sollte es also nichts werden mit mir und der Olympus Pen E-PL9. Dann halt doch "typisch Tussi-Kamera"! :-)

PS. Die Kamera habe ich selbst gekauft (wenn auch zurückgesendet) und wurde mir NICHT von Olympus zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung und stellt meine eigene und ehrliche Meinung dar.

Die Kamera:

Das Buch zur Kamera:

Sigma DP1S zum Abend an der Sternbrücke Magdeburg

Eine Sigma DP1S sieht schwarz

Dass ich einen Narren an der alten Sigma DP1S gefressen habe, zeigten einige der zurückliegenden Beiträge. In den letzten Posts mit Bildern aus dieser kleinen Kamera-Diva habe ich das Thema Technik nicht weiter betont. Letztlich ist es egal, aus welcher Kamera das Bild kommt.

Zu einem Treffen mit einigen "Magdeburger-Fotographierer" an der Magdeburger Elbe hatte ich das alte Schätzchen jedoch mit in der Tasche.

Die Kamera ist bekanntlich eine "Gut-Wetter-Kamera" und benötigt viel Licht. Für Aufnahmen in den Abendstunden war sie somit nicht gerade die erste Wahl. Als die Dichte an hochwertigen Vollformat-Kameras um mich herum jedoch anstiegt (mehrere Canon 5D's), kam das "Jetzt-erst-Recht" in mir hoch. Fast alle Aufnahmen an diesem Abend erfolgten mit der Sigma Baujahr 2009.

Hat es funktioniert? Meine eindeutige Antwort ist "... Jein"! ;-)

Auf dem Stativ sind längere Belichtungszeiten mit der Kamera grundsätzlich kein Problem. Bis zu 15 Sekunden kann die Kamera belichten. Mit ISO50 kommt man an dieses Limit auch schnell heran.

Tagsüber produziert die Kleine bei ISO 50 und 100 rauschfreie Aufnahmen. Bei höhreren Empfindlichkeiten nimmt das Rauschen jedoch schnell zu. Durch die längere Belichtungszeiten konnte ich die ISO-Zahl zwar niedrig halten, jedoch zeigt die Kamera bei Dunkelheit eine eindeutige Tendenz zur Überbelichtung. Auf dem relativ schlechten Display der Kamera war dies nicht sofort zu erkennen. Ansonsten hätte ich hier konsequent mit einer Blende wenige belichtet und ggf. in der Nachbearbeitung etwas mehr Reserve gehabt. Denn bekanntlich sind ausgebrannte (überlichtete) Bildbereiche unwiderruflich verloren.

Und trotzdem überzeugt mich die Sigma DP1S wieder einmal mit ihren typischen Farben; ob nun ausgebrannt oder nicht. Auf einigen Bildern hat die partielle Überbelichtung der untergehenden Sonne durchaus eine künstlerische Note.

Sigma DP1S zum Abend an der Sternbrücke Magdeburg

Sigma DP1S zum Abend an der Sternbrücke Magdeburg

Sigma DP1S zum Abend an der alten Stadthalle Magdeburg

Sigma DP1S zum Abend am Albinmüller-Turm Magdeburg

Sigma DP1S zum Abend an der ElbpromenadeMagdeburg

Sigma DP1S zum Abend an der Hubbrücke Magdeburg

Sigma DP1S zum Abend an der Elbe mit Blick auf Magdeburg

Aufgenommen mit meiner Sigma DP1S:

Chromselfies

Auf der von mir traditionell besuchten Motorrad&Roller, einer Messe rund um Zweiräder in den Magdeburger Messehallen, gab es auch neben einigen Neuheiten in diesem Jahr wieder viel Bekanntes zu sehen.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn man auf dumme Ideen kommt und beginnt, Chromselfies von sich und der Begleitung zu machen.

Chromselfie Fujifilm X100 Motorrad Tank

Chromselfie Fujifilm X100 Motorrad Hinterrad

Mit diesem Motorrad ist man eigentlich immer auf dem Holzweg:

Motorrad&Roller Messe Magdeburg Holzrad Fujifilm X100

Und wer meint, dass nur Leica mit dem roten Punkt um Aufmerksamkeit buhlt:

Motorrad&Roller Messe Magdeburg Moto Guzzi Fujifilm X100

Aufgenommen mit meiner Fujifilm X100:

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Abend an der Elbe

Positionswechsel sind immer gut. ;-) Auch stromabwärts gibt es an der Elbe noch ein paar leicht erreichbare Buhnen.

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Elbe Schönebeck Frose Fujifilm X100 WCL-X100

Aufgenommen mit meiner Fujifilm X100:

Sonne an der Elbe

Die Februartage haben endlich etwas Frühlingshaftes. Statt geschlossener Wolkendecke scheint sichtbar die Sonne.

Elbwiese Schönebeck Fujifilm X100

Bilder der Elbe und der Elbbrücke waren hier bereits mehrfach zu sehen; heute jedoch einmal von der anderen Seite des Wasserlaufes.

Buhne Elbe und neue Elbbrücke Schönebeck Fujifilm X100

Alte Elbbrücke Schönebeck Fujifilm X100

Baum Elbwiese Schönebeck Fujifilm X100

Aufgenommen mit meiner Fujifilm X100:

Schnee gibt's woanders

Während die höher gelegenen Teile Europas aktuell im Schnee versinken, blieben wir davon bisher verschont. Obwohl der verschneite Brocken nur knapp eine Autofahrstunde entfernt ist, kann man das wenige Weiß hier kaum als Schnee bezeichnen. Dies ist für die Kinder ein wenig schade; ein paar Flocken habe ich dann aber doch noch vor dem Tauen erwischt.

Man beachte bitte, dass die Sonnenuhr im Kurpark aktuell auf die Minute genau geht! ;-)

... und natürlich fotografiert man Schnee(reste) in schwarz/weiß ...

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Kurpark Schönebeck Salzelmen Sigma DP DP1 DP1S

Aufgenommen mit:

Strand Markgrafenheide Richtung Warnemünde Sigma DP1S

Das war das Jahr 2018

Das Jahr ist vorbei - ein neues Jahr hat begonnen - "The same procedure as every year!".

Zu den letzten beiden Jahresenden habe ich hier jeweils meine "Kamera des Jahres" beschrieben. Erst war es die Leica X2. Diese verkaufte ich wenige Monate danach. Letztes Jahr kürte ich die stets unterschätzte Nikon 1V1 zu meinem Jahresfavoriten. Danach habe ich die kleine Nikon nur noch selten in den Händen gehabt ... ein Fluch? ;-)

Ein Hoch auf Statistiken. Von eigener Hand selbst gefäscht kann man diesen ja bekanntlich vertrauen. Mit der Pentax-MX1 und der Lumix LX5 habe in in diesem Jahr gefühlt meinen Respekt vor auch kleineren Sensoren ausgedrückt. Da überraschte es mich dann doch sehr, dass lt. Lightroom mit der Canon 5D II ein großer Vollformat-Sensor die meisten Bilder lieferte. Auf Familienfesten kam das Arbeitspferd verstärkt zum Einsatz und lieferte gleich eine Vielzahl an Bildern.

Sollte ich nun auch in diesem Jahr eine Kamera zur "Kamera des Jahres" küren?

Viele Blogs führen eine solche Bewertung und Empfehlung aus. Nicht selten orientieren sich andere Fotografen an diesen Lobeshymnen und sehen sich in den keimenden Kaufabsichten bestätigt. Nicht selten werden zum Jahresende werbewirksam Kamerasysteme vorgestellt, die kurz vor dem Jahresende die Spitze des Technologiefortschrittes darstellen.

Damit konnte und will ich auch künftig nicht dienen.

Ich habe in diesem Jahr eine sehr gute Kamera testen dürfen. Die Pentax K70 (siehe Blogbeitrag) gefiel mir (mit den Abstrichen im Videobereich) sehr gut. Im damaligen Bericht habe ich versucht, meine Euphorie etwas zu dämpfen. Der Bericht sollte glaubwürdig bleiben. Im Nachgang bin ich der Meinung, den Pentaxianern gegenüber unnötig zurückhaltend gewesen zu sein. Die Pentax K70 ist die bis heute beste APS-C-DSLR, die ich in den Händen gehalten habe. Nach einigen Monaten begeistern mich die Bildergebnisse noch immer; eines davon begrüßt unsere Gäste bereits im Flur des Hauses.

Usedom Sonnenuntergang Pentax K70

Aufgenommen mit einer Pentax K70:
 

Doch die Pentax K70 ist nicht meine Kamera des Jahres. Dafür ist sie für die Linsen-Suppe traditionell viel zu neu und zu "massentauglich". ;-)

Wenn es eine Kamera gibt, die mich in diesem Jahr besonders beeindruckt hat, dann ist es die Sigma DP1S. Über die kleine Kamera mit dem Foveon-Sensor hatte ich mehrfach berichtet. Mit ihrer "gemütlichen Art" und den für 4.7MP überraschend scharfen Bildern passt sie besser in die Reihe der hier vorgestellten Jahreslieblinge. Sie hat technisch gesehen sicherlich nicht die besten Bilder geliefert. Einige meiner Lieblingsbilder kommen trotzdem aus dieser Kamera. Und machen wir uns nichts vor, auf einer reduzierten Bildbreite von 1.600 Pixel schwindet ein Großteil der Vorteile 10 Jahre aktuellerer Kameras.

Weitere Abendszene; diesmal aus der Sigma DP1S: Sonnenuntergang Kühlungsborn Ostsee Sigma DP1S

Ich lege mich also fest: Meine "Kamera des Jahres 2018" ist eine Kamera aus dem Jahre 2008. Natürlich schwingt hier eine Portion "Jetzt erst recht" mit, während in den Foren über den dringend notwendigen Ersatz für eine 3 Jahre alte bzw. "völlig veraltete" Kamera philosophiert wird.

Ich wünsche allen Freunden, Bloglesern und Menschen hinter den Kameras alles Gute für 2019 und viel Spaß bei Ihrem Hobby.

Euer Mario

PS. Ein fotografischer Ausklang des Jahres 2018 an der Ostsee. Alle Bilder aufgenommen mit der Sigma DP1S.

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S

Strand Markgrafenheide Sigma DP1S Hafen Rostock Warnemünde Sonnenuntergang

Leider nur noch selten gebraucht erhältlich:

Mir kommt es hoch(kant)!

Bin ich der Einzige, der seine Bilder auf einem herkömmlichen Monitor oder Fernseher betrachtet?

In den letzten Wochen habe ich verstärkt im familiären Umfeld fotografiert und einmal mehr darauf geachtet, wie anderer Menschen fotografieren. Manchmal sogar zwangsläufig, wenn man die Kamera oder das iPhone einem Mitmenschen übergibt, um einmal selbst auf dem Familienfoto zu sein.

Und hier gibt es für die meisten Menschen scheinbar nur noch ein Format für ein Bild: Hochkant!? Egal, wie die aktuelle Situation es auch erfordert; der Handyfotograf greift in der Regel zum Hochkantformat!

Natürlich gibt es Momente, wo auch ich zum hochkantigen Format greife. Aber wenn sechs Personen auf einem Bild gemeinsam abgelichtet werden wollen, da geht der liebenswürdige Fremdfotograf noch einige Schritte zurück, damit auch alle Beteiligten auf das schmale Handybild passen. Das obere und untere Drittel der Aufnahme sind mit Straße und Himmel dann zwar leer, aber scheinbar ein notwendiges Übel der Aufnahme. Auf die Bitte, auch ein Bild im Querformat zu machen, erntet man dann oft einen verwirrten Blick. Scheinbar ist diese absolut ungewöhnliche Art des Fotografierens, bei der man sein Telefon um 90 Grad dreht und sogar einen natürlicheren und breiteren Blickwinkel erhält, sehr neu und irritierend. Manchmal ist dies scheinbar so verwirrend, dass man auf dem Bild neben den angeschnittenen Köpfen ohne Körper nur noch den sonst üblichen Himmel auf dem Bild hat. Der musste schließlich drauf; ist er ja sonst auch! ;-)

Bitte nicht falsch verstehen. Jeder soll so fotografieren, wie er es für richtig hält. Aber ich finde es sehr befremdlich, dass scheinbar nur noch wenige Bilder außerhalb des Handybildschirmes betrachtet werden. Auf einem heimischen Monitor oder Fernseher machen Bilder und Videos im Hochkantformat wenig Sinn (oder hängt mein TV daheim falsch herum?) Selbst das quadratische und beliebte Instagram fördert scheinbar das Hochkantformat, da die Bilder im Nachgang von der meist unteren und obereren Leere befreit bzw. beschnitten werden.

Auch ich nutzte das Hochformat. Aber nur dann, wenn es in der fotografischen Situation auch sinnvoll ist. Interessanterweise kommt es bei mir meist dann zum Einsatz, wenn ich es gerade nicht benötige; bei der Panoramaaufnahme. Hier bietet das Hochkantformat etwas mehr Höhe und Pixel. Die Breite wird durch die Anzahl der angefügten Aufnahmen bestimmt.

So, jetzt habe genug gemeckert. Zum Jahresende folgt in den nächsten Tagen noch eine kleine fotografische Jahreszusammenfassung. Natürlich im Querformat. ;-)

Eine paar extrabreite Aufnahmen vom Potsdamer Weihnachtsmarkt (kein Panorama, sondern 24mm-Weitwinkel im Format 1:2.35): Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Brandenburger Tor - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Lange Meile - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Lange Meile - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Süßes - Canon G1X II

Aufgenommen mit:

Herbstlaub Blätter Sigma DP1

Dann schaue ich halt hoch

Eigentlich sollte es schön werden. Doch auf der Aussichtsplattform des Schlosses Wernigerode blies ein kalter Wind.

Die Sonne war zwischenzeitlich herausgekommen. Noch sah die Gegend trüb aus und über der Stadt Wernigerode lag ein leichter Schleier. Dies klingt im ersten Moment sogar fototechnisch interessant. Aber die aufgenommenen Landschaftsaufnahmen sahen einfach nur langweilig aus. Da sich der Himmer schnell aufklärte, warteten wir noch eine Weile. Aber am Dunst änderte sich einfach nichts.

Und was macht man, wenn man nicht nach unten fotografieren kann? Richtig! Man schaut nach oben. Hier ein paar Schlossperspektiven in Richtung Himmel. Wer sich an stürzenden Linien stört, kann an dieser Stelle abschalten. ;-)

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

OK, zur Orientierung hat man dann doch schon einmal zur Seite und auf den Boden geschaut. Dabei habe ich einen standesgemäßen Briefkasten gefunden.

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Beim Abstieg ist ein Blick nach unten auch nicht verkehrt. Das farbenfrohe Herbstlaub sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch schön rutschig glatt.

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Pixelpeeper und Fans aktuellster Technik kann ich wieder einmal vertrösten. Obwohl noch größeres Besteck in der Tasche, stammen diese Aufnahmen erneut aus der antiken Sigma DP1S. Die machte, wie schon in den letzten Wochen, richtig Spaß und gute Bilder. So langsam muss sich Sigma hier mal melden, ob ich statt der betagten DP1S nicht auch mal etwas halbwegs Aktuelles aus Ihrem Hause einsetzen möchte. ;-)

Aufgenommen mit:

Lumix LX5 Oberseite

4x4 (4/4) - Ein Fazit zum Projekt und zur Lumix LX5

Bilder machen zu können, macht Spaß. Bilder machen zu müssen, ist anstrengend!

Zum abschliessenden Beitrag meiner kleinen 4x4-Reihe muss ich mich bereits zwingen. Die letzten Bilder entstanden kurz nach dem Urlaub.

In dieser kurzen Phase war die Lumix LX5 aus dem Hause Panasonic mein steter Begleiter. Ich kannte die Kamera durch das Schwestermodell Leica D-Lux 5 bereits gut. Für die 4x4 Aufnahmen war das Format fest auf 1:1 und S/W eingestellt. Die quadratischen Aufnahmen stellten keine besondere Herausforderung dar. Natürlich kann man dieses Format nicht bildschirmfüllend auf dem Monitor oder TV ansehen. Aber auch das gewohnte und häufig verwendete Bildformat 3:2 erzeugt in der Regel schwarze Ränder am linken und rechten Rand eines Bildschirms im Breitbildformat. Und wenn schon Rand, dann kann es künfig auch einmal häufiger das quadratische Format sein.

Aber muss es nun unbedingt aus einer LX5 kommen? Sicher nicht!

Der Schiebeschalter an der Oberseite des Objektes zur Auswahl des Formates erleichtert den Wechsel des Bildschirmverhältnisses ungemein. Das Foto wird dann auch nur nur in diesem Bereich dargestellt und samt RAW gespeichtert. Die Wahl des passenden Bildausschnittes sollte also bereits bei der Aufnahme gut gewählt sein. Durch die moderate Auflösung der LX5 (ca. 8MP bei 1:1) ist für eine spätere Auschnittsvergrösserung auch wenig Reserve. Diese Vorgaben zwingen den Fotografen, sich vor dem Auslösen Gedanken zu machen. Zumindest mir machte dies Spaß und schadet auch für das spätere Fotoleben nicht. Doch wäre es nicht auch mit dem iPhone und der Einstellung S/W 1:1 gegangen?

Die Vorteile der kleinen LX5 gegenüber dem Telefon sind:

  • ein größerer Sensor mit allen damit verbundenen Vorteilen (Lichtempfindichkeit, Freistellungsmöglichkeit ...)
  • ein optischer Zoom (im Falle der LX5 24-90mm gegenüber 28mm iPhone)
  • auswechselbarer Akku und Speicher

Den Vorteilen stehen für mich folgende Nachteile entegen:

  • eine weiteres Gerät zum herumschleppen (auch wenn es relativ kompakt ist)
  • die Bilder müssen für Internet, Mail und sozialen Netzwerke erst einmal auf ein geeignetes Gerät übertragen/eingelesen werden


Überraschenderweise waren die meisten Vorteile für mich dann doch wenig relevant. Eigentlich alle Bilder entstanden bei Tageslicht. Hier spielte der vergleichsweise große Sensor der LX5 keine Vorteile aus. Weiterhin habe ich bei fast allen Bildern einen weiten Bildwinkel gewählt. Von der Zoom-Fähigkeit der LX5 habe ich kaum Gebrauch gemacht. Auch hier wären die festen 28mm Brennweite des iPhones keine große Einschränkung gewesen. Im Rückblick hat das Arbeiten mit der kleinen LX5 durchaus Freude bereitet. Zumindest für dieses Projekt und die vorliegenden Aufnahmen hätte ich ohne Probleme auch das iPhone nutzen können. Doch darum ging es letztlich nicht. Hauptaufgabe war es, jeden Tag ein Bild zu machen und keinen Gedanken an das "richtige Werkzeug" zu verlieren. Dies hat wunderbar funktioniert. Viel entscheidener war für mich die Erkenntnis, dass ich kein Anhänger dieser Challenges bin, bei denen man über einen bestimmten Zeitraum täglich oder regelmäßig ein Bild machen muss.

Ich möchte Bilder machen, wann ich will. Und nicht, wenn ich muss. Da können auch mal Tage oder Wochen ohne ein Bild dazwischenliegen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mich der Zwang zur Aufnahme fotografisch weiterentwicklelt. Jetzt kann natürlich das Argument fallen, für eine fotografische Weiterentwicklung war das Projekt viel zu kurz. An einer Überprüfung und Verlängerung habe ich jedoch nur begrenztes Interesse. :-)

Trotzdem fordere ich jeden Hobbyfotografen einmal auf, sich einem kleinen Projekt oder einer ähnlichen kleiner Reihe zu stellen. Schaden kann es nicht. Auch wenn man danach froh ist, glücklicherweise nicht gleich ein Jahresprojekt begonnen zu haben.

Lumix LX5 Schönebeck Bierer Berg Steintor

Lumix LX5 Plötzky Waldsee Wohnfaß

Lumix LX5 Stadtmauer Schönebeck Salzelmen

Lumix LX5 Ende des Projektes Relax


Aufgenommen mit: