Lost Place - Hartmut Gräfenhahn

Kein Foto wird zweimal gemacht. Auch am selben Ort entstehen von anderen Fotografen Bilder, die sich von meinen Fotos auch stilistisch unterscheiden. Ich freue mich sehr, dass Hartmut Gräfenhahn eine kleine Auswahl seiner Bilder des Lost Places hier vorstellt.

Hartmut Gräfenhahn: Ich fotografiere seit meiner Jugend. Momentan sind meine Schwerpunkte Portrait- und Bokehfotografie. Bei Lost Places fasziniert mich die gleichzeitige Präsenz von Vergangenheit und Zukunft. In den verlassenen Gebäuden weht der Geist der Vergangenheit in Form alter Untertapete mit Zeitungen und zurückgelassenen Kleidungsstücken. Gleichzeitig erobert die Natur, Vandalismus und unglaublich kreative Streetartkunst die verfallenden Räumlichkeiten. Wer zückt da nicht die Kamera?


Lost Places Hartmut Graefenhahn Stiefel

Lost Places Hartmut Graefenhahn Tapete Zeitung

Lost Places Hartmut Graefenhahn Uniform

Lost Places Hartmut Graefenhahn Baum in Dachrinne

Lost Place Hartmut Grafenhahn Das Auge

Lost Place Hartmut Grafenhahn Das Fenster

Eine Sigma DP1S in 2018 (3/3)

Bei genügend Licht fühlt sich die Sigma DP1S pudelwohl. Doch auch hier gibt es im wahrsten Sinn des Wortes "Licht und Schatten".

Die optionale Sonnenblende soll die Bildqualität bei schräg einfallendem Sonnenschein deutlich verbessern. Ich selbst besitze diesen aufsetzbaren Tubus nicht; trägt er doch an der Kamera sichtlich auf und beraubt der kleinen Kamera ihre Kompaktheit. Weiterhin zeigt sich auch beim Display das wahre Alter der Kamera. 230.000 Pixel auf 2,5 Zoll sind aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Zwar reicht der Monitor für die Komposition des Bildausschnittes durchaus aus, bei hellem Umgebungslicht wird das Fotografieren mit dem blendenden Display schnell zum Glückspiel.

Dass es aber trotzdem geht, zeigen die restlichen Bilder aus Berlin und die kurz darauf aufgenommenen Fotos auf der Landesgartenschau 2018 in Burg.

Regierungsviertel Berlin:

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Landesgartenschau 2018 Burg:

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Weinberg

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Blumen

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Hohler Stamm

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Erste Reihe Spielplatz

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Holzfiguren



Fazit

Die kleine Sigma hat mich nachhaltig positiv überrascht und in meiner Meinung bestätigt, dass das limitierende Element meist hinter der Kamera werkelt. Auch 2018 können sich die Bilder der fast 10 Jahre alten Sigma meines Erachtens durchaus sehen lassen. Durch den flächentechnisch großen Sensor und der damit möglichen Freistellung bietet die Sigma auch heute noch Vorteile gegenüber gängigen Smartphonekameras (auch wenn das Bokeh von einigen Handys heute schon künstlich errechnet wird).

Die pixelgenaue Auflösung der Aufnahmen mit dem 4.7-Megapixel-Foveon-Sensor kann man durchaus mit 10MP herkömmlicher Kameras vergleichen. Während der kleine Auflösungsvorsprung des Sensors von aktuellen Kameras zwischenzeitlich überholt wurde, bleibt den DP-Aufnahmen ein bestimmter Farblook erhalten. Diese "Foveon-Farben" sind auch heute noch in meinem Augen erkennbar. Zwar wurden die abgebildeten Fotos meist in Lightroom mit meinen Standardprofilen bearbeitet, doch bilden bereits die RAW-Bilder eine farbenprächtige Grundlage. Die internen JPGs der Sigma habe ich schnell vergessen. Zu viele Vorteile bietet das RAW in der Nachbearbeitung.

Für wen ist die Kamera heute noch geeignet? Als Hauptkamera wird die Sigma DP1S mit Sicherheit nicht eingesetzt werden. Lichtempfindlichkeit und Geschwindigkeit schränken den Einsatz ein. Wer jedoch wie ich oft mit einer 50mm-Festbrennweite unterwegs ist, kann statt zusätzlichem Weitwinkelobjektiv auch eine kleine Sigma einstecken, die dann auch noch als Backup eingesetzt werden kann. Zwar gibt es mit der Ricoh GR oder einer Fujifilm XF10 heute kompakte Alternativen mit einer Festbrennweite von 28mm; im Gegensatz zur preiswerten Sigma kosten diese jedoch mindestens 500,- EUR. Eine DP1S wechselt in eBay meist für 100-150 Euro den Besitzer.

Neben Preis und Bildqualität entscheidet letztlich oft ein anderer Punkt. Und dieser wichtige Punkt ist, ob man die Kamera gern in die Hand nimmt und benutzt. Und hier hat Sigma mit der urspünglichen DP-Serie einen kleinen Klassiker in die Welt gesetzt. Sigma geht mit der aktuellen Quattro-Reihe weiter einen sehr eigenwilligen Weg. Ob man diese außergewöhnlichen Kameras mag, ist letztlich eine sehr persönliche Entscheidung.

Alle Bilder aufgenommen mit:

Lost Place mit einer Sigma DP1S (2/3)

Lost Places fotografiert man grundsätzlich in schwarz/weiss!

So meint man, sieht es ein ungeschriebenes Gesetz der Fotowelt vor. Als ich am zweiten Tag unserer Fotoreise durch diese Ruinen lief, stand für mich schnell fest: Hier bliebt die Farbe im Bild!

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Nun spielen dunkle Innenszenen und hohe ISO-Zahlen der lichtschwachen Sigma DP1S nicht gerade in die Karten. Nach ein paar Versuchen war jedoch schnell klar, wo die Grenzen der alten Kamera unter diesen Bedingungen sind.

Da die Bildqualität ab ISO400 dramatisch abfällt, fielen einige dunkle Aufnahmen leider komplett aus. Der touristisch anmutende Kameragurt brachte einen großen Vorteil zu Tage. Der an ausgestreckten Händen gespannte Gurt bildete am Hals eine stabile Basis für Aufnahmen mit einer Belichtungszeit von bis zu 1/10s. Durch die weite Brennweite von 28mm fallen leichte Verwacklungen im Weitwinkel nicht so in's Gewicht. Ich staunte daher nicht schlecht, als ich Fotos auf dem rückseitigen Display mit solchen ungewohnt langen Belichtungszeiten betrachtete. Die Sigma hat wohlbemerkt keine Stabilisierung; hier war ein ruhiges Händchen bzw. ein straffer Gurt gefragt.

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Das Innere der Gebäude hielt einen interessanten Kontrast bereit. Auf den zerfallenden und bröckelnden Wänden bilden kunstvolle Graffitis einen frischen Kontrast zum alten Gebäude.

Für diese Art von Umgebung kauft man sich sicherlich keine solche lichtschwache Kamera. Ich nahm die Herausforderung aber an und finde, es sind ein paar interessante Bilder entstanden.

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Mit der Zeit gewöhnt man sich etwas an die gemächliche Art der Kamera. "Entschleunigung" ist dabei schon geschmeichelt. Der nach dem Fokussieren kurz komplett einfrierende Bildschirm erinnert eher an "Stillstand". Und trotzdem macht die Sigma einfach großen Spass. Auch in bewohnter Umgebung sollten noch weitere Fotos entstehen.

Aufgenommen mit:

Sigma DP1S DP1 2018 Berlin Flughafen Tempelhof Landebahn

Die 4.7 Megapixel einer Sigma DP1S (1/3)

4.7 Megapixel machen glücklich. Dies ist meine Antwort auf die Frage, wieviele Megapixel (MP) man denn nun wirklich braucht, um fototechnisch glücklich zu sein.

Natürlich ist dies subjektiv. Wer viel Reserve für Ausschnittsvergrößerungen benötigt oder generell dem „Pixelpeeping“ frönt, wird damit nicht glücklich sein. Wer aber Fotos für den „herkömmlichen Gebrauch“ oder gar nur für die Darstellung im Internet benötigt, der kann auch mit wenigen MP zufrieden sein. Zu letzteren Gattung zähle ich mich.

Während die Standardauflösungen bei APS-C und Vollformat-Kameras heute meist bei 24 MP beginnt, war ich die letzten Tage mit einer fast 10 Jahre alten Sigma DP1S und einem Bruchteil dieser Auflösung unterwegs. Die werbewirksamen 14.1 MP sind effektiv nur 4.7 MP, da sich die 14.1 MP auf drei hintereinanderliegende Farbschichten beziehen. Das fertige Bild einer Sigma DP1S hat eine Auflösung von 2.640 x 1.760 Pixel (=4.646.400). Damit fühlt man sich pixeltechnisch um Lichtjahre zurückgeworfen. Zu einem Fotobesuch in Berlin begleitete mich nun diese kleine Kamera mit der 28mm-Festbrennweite. Sie sollte zeigen, ob sie auch in 2018 noch praktisch zu gebrauchen ist.

Die DP-Linie von Sigma ist für ihren hohen Stromverbrauch bekannt. Vor der Reise ergänzte ich daher den originalen Stromlieferanten um zwei preiswerte Akkus. Diese kosteten als Neuware jeweils nur um die 5,-EUR.
Fokus-und Gesamtgeschwindigkeit der Kamera beschreibt der Buchtitel „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny treffend. Ich habe selten mit einer Kamera gearbeitet, die so langsam fokussiert, verarbeitet und speichert. Dem behäbigen Fotografieren steht jedoch ein Bildergebnis gegenüber, dass mich verblüfft hat.

Statt kamerainternen JPGs habe ich RAW-Bilder aufgenommen. Die verlustfreien X3F-Dateien sind mit ca. 15 MB zwar größer als JPG, werden jedoch klaglos von einer halbwegs aktuellen Lightroom-Versionen importiert und verarbeitet. Auf die Installation der Sigma-eigenen Software habe ich bewußt verzichtet.

Die Bilder der DP1S sind bereits unbearbeitet farbenfroh und kontrastreich. Mit meinem Standard-Workflow und der Verwendung eines vorhandenen Kameraprofils habe ich die Fotos noch etwas bearbeitet. Herausgekommen sind Bilder, die auch auf den zweiten Blick nicht an eine fast 10 Jahre alte Kompaktkamera erinnern. Zwar besitzt die Kamera weniger Pixel; doch dafür ist ein gelungenes Bild bis auf den letzten Pixel scharf. Wo Kameras mit höheren Auflösungen teilweise Pixelmatsch liefern, liefert der Foveon-Sensor der alten Sigma pixelscharfe Ergebnisse.

Um den Hals getragen, lief ich am Wochenende also wie ein „üblicher Tourist“ durch Berlin. Und wenn man mit anderen Fotografen unterwegs ist, taucht man sogar selbst einmal auf einem Bild auf:

Mario Heide Sigma DP1S Foto: Hartmut Graefenhahn (Fujifilm X-T1) - "Tourist Mario mit Sigma DP1S"

Bei strahlender Sonne entstanden die ersten Aufnahmen (alle Bilder auf 1.600 Pixel Breite verkleinert):

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Wasserturm Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Bäume Blog

Danach machten wir uns auf den Weg zum Tag der offenen Tür des zwischenzeitlich geschlossenen Flughafens Tempelhof:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin U-Bahn Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Hanger Flughafen Tempelhof Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Abfertigungshalle Flughafen Tempelhof Blog

Am Abend dann noch einen kurzen Abstecher zum Potsdamer Platz:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Potsdamer Platz Skyline Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Sony Center Blog

Das Objektiv mit einer Anfangsblende von f4.0 benötigt, sofern man die Belichtungszeiten kurz halten möchte, schon etwas Licht. Tagsüber war dies ausreichend vorhanden.
Einen Tag später sollte es dann aber unerwartet viele Aufnahmen innerhalb von Gebäuden geben. Wie sich die Sigma DP1S hier schlug, zeigt sich im kommenden Bericht.

Aufgenommen mit:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Test Park Bank

Sigma DP1S - Oder wieviele Megapixel braucht man wirklich

2006 ist George W. Bush Präsident der USA.
2006 feiert die Band Tokio-Hotel mit ihrem Debütalbum "Schrei" nach "Durch den Monsun" weitere Nummer -1-Hits in Deutschland.
2006 kommt die Sigma DP1 auf den Markt.

Dies alles liegt zum aktuellen Zeitpunkt 12 Jahre zurück.

Die Kamera-Linien SD und DP aus dem Hause Sigma sind sehr umstritten. Bei keiner anderen Kameragattung gehen Lob und Tadel so weit auseinander. Man liebt oder hasst sie. Grund ist der verbaute Foveon-Sensor. Bei diesem liegen die drei Farbpixel nicht nebeneinander sondern hintereinander. Diesen abbildungstechnischen Vorteil bezahlt man jedoch mit einem dicken Nachteil. Die Techologie des X3-Sensors braucht viel Licht. Schon ab ISO 400 bricht die Bildqualität dramatisch ein.

2009 wurde die originale Sigma DP1 mit der Version DP1S aktualisiert. Der Sensor und das fest verbaute Objektiv blieben jedoch unverändert. Neugierig, ob ein solches Gerät heute nur noch für die Vitrine oder gar noch zum Fotografieren taugt, konnte ich einem Schnäppchen in eBay nicht widerstehen.

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018
SIGMA DP1S (aufgenommen mit CANON 5D II)

Die kompakte und leichte Sigma DP1S besitzt mit 20,7 mm x 13,8 mm einen vergleichsweise großen Sensor im APS-C-Format. Als Objektiv ist in der Kamera eine F4.0-Linse mit umgerechnet 28mm Brennweite verbaut. Die angegebenen 14 Megapixel beziehen sich auf alle drei Farbschichten. Mit einer Auflösung von 2652 × 1768 können somit 4.7MP-Bilder erzeugt werden.

Sind 4.7 Megapixel in Zeiten von Smartphonekameras, die bei ähnlicher Brennweite heute 12 bis 24 Megapixel besitzen, überhaupt noch ansatzweise konkurrenzfähig und sinnvoll?

Diesen Fragen möchte ich in den nächsten Tagen und Wochen nachgehen. Die heutigen Erstversuche im nahe gelegenen Kurpark möchte ich ohne weitere Kommentare teilen:

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen Brunnen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Aufgenommen mit: