Mir kommt es hoch(kant)!

Bin ich der Einzige, der seine Bilder auf einem herkömmlichen Monitor oder Fernseher betrachtet?

In den letzten Wochen habe ich verstärkt im familiären Umfeld fotografiert und einmal mehr darauf geachtet, wie anderer Menschen fotografieren. Manchmal sogar zwangsläufig, wenn man die Kamera oder das iPhone einem Mitmenschen übergibt, um einmal selbst auf dem Familienfoto zu sein.

Und hier gibt es für die meisten Menschen scheinbar nur noch ein Format für ein Bild: Hochkant!? Egal, wie die aktuelle Situation es auch erfordert; der Handyfotograf greift in der Regel zum Hochkantformat!

Natürlich gibt es Momente, wo auch ich zum hochkantigen Format greife. Aber wenn sechs Personen auf einem Bild gemeinsam abgelichtet werden wollen, da geht der liebenswürdige Fremdfotograf noch einige Schritte zurück, damit auch alle Beteiligten auf das schmale Handybild passen. Das obere und untere Drittel der Aufnahme sind mit Straße und Himmel dann zwar leer, aber scheinbar ein notwendiges Übel der Aufnahme. Auf die Bitte, auch ein Bild im Querformat zu machen, erntet man dann oft einen verwirrten Blick. Scheinbar ist diese absolut ungewöhnliche Art des Fotografierens, bei der man sein Telefon um 90 Grad dreht und sogar einen natürlicheren und breiteren Blickwinkel erhält, sehr neu und irritierend. Manchmal ist dies scheinbar so verwirrend, dass man auf dem Bild neben den angeschnittenen Köpfen ohne Körper nur noch den sonst üblichen Himmel auf dem Bild hat. Der musste schließlich drauf; ist er ja sonst auch! ;-)

Bitte nicht falsch verstehen. Jeder soll so fotografieren, wie er es für richtig hält. Aber ich finde es sehr befremdlich, dass scheinbar nur noch wenige Bilder außerhalb des Handybildschirmes betrachtet werden. Auf einem heimischen Monitor oder Fernseher machen Bilder und Videos im Hochkantformat wenig Sinn (oder hängt mein TV daheim falsch herum?) Selbst das quadratische und beliebte Instagram fördert scheinbar das Hochkantformat, da die Bilder im Nachgang von der meist unteren und obereren Leere befreit bzw. beschnitten werden.

Auch ich nutzte das Hochformat. Aber nur dann, wenn es in der fotografischen Situation auch sinnvoll ist. Interessanterweise kommt es bei mir meist dann zum Einsatz, wenn ich es gerade nicht benötige; bei der Panoramaaufnahme. Hier bietet das Hochkantformat etwas mehr Höhe und Pixel. Die Breite wird durch die Anzahl der angefügten Aufnahmen bestimmt.

So, jetzt habe genug gemeckert. Zum Jahresende folgt in den nächsten Tagen noch eine kleine fotografische Jahreszusammenfassung. Natürlich im Querformat. ;-)

Eine paar extrabreite Aufnahmen vom Potsdamer Weihnachtsmarkt (kein Panorama, sondern 24mm-Weitwinkel im Format 1:2.35): Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Brandenburger Tor - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Lange Meile - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Lange Meile - Canon G1X II

Weihnachtsmarkt Potsdam 2018 - Süßes - Canon G1X II

Aufgenommen mit:

Herbstlaub Blätter Sigma DP1

Dann schaue ich halt hoch

Eigentlich sollte es schön werden. Doch auf der Aussichtsplattform des Schlosses Wernigerode blies ein kalter Wind.

Die Sonne war zwischenzeitlich herausgekommen. Noch sah die Gegend trüb aus und über der Stadt Wernigerode lag ein leichter Schleier. Dies klingt im ersten Moment sogar fototechnisch interessant. Aber die aufgenommenen Landschaftsaufnahmen sahen einfach nur langweilig aus. Da sich der Himmer schnell aufklärte, warteten wir noch eine Weile. Aber am Dunst änderte sich einfach nichts.

Und was macht man, wenn man nicht nach unten fotografieren kann? Richtig! Man schaut nach oben. Hier ein paar Schlossperspektiven in Richtung Himmel. Wer sich an stürzenden Linien stört, kann an dieser Stelle abschalten. ;-)

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

OK, zur Orientierung hat man dann doch schon einmal zur Seite und auf den Boden geschaut. Dabei habe ich einen standesgemäßen Briefkasten gefunden.

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Beim Abstieg ist ein Blick nach unten auch nicht verkehrt. Das farbenfrohe Herbstlaub sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch schön rutschig glatt.

Schloss Wernigerode Sigma DP1S DP1 DP

Pixelpeeper und Fans aktuellster Technik kann ich wieder einmal vertrösten. Obwohl noch größeres Besteck in der Tasche, stammen diese Aufnahmen erneut aus der antiken Sigma DP1S. Die machte, wie schon in den letzten Wochen, richtig Spaß und gute Bilder. So langsam muss sich Sigma hier mal melden, ob ich statt der betagten DP1S nicht auch mal etwas halbwegs Aktuelles aus Ihrem Hause einsetzen möchte. ;-)

Aufgenommen mit:

Lumix LX5 Oberseite

4x4 (4/4) - Ein Fazit zum Projekt und zur Lumix LX5

Bilder machen zu können, macht Spaß. Bilder machen zu müssen, ist anstrengend!

Zum abschliessenden Beitrag meiner kleinen 4x4-Reihe muss ich mich bereits zwingen. Die letzten Bilder entstanden kurz nach dem Urlaub.

In dieser kurzen Phase war die Lumix LX5 aus dem Hause Panasonic mein steter Begleiter. Ich kannte die Kamera durch das Schwestermodell Leica D-Lux 5 bereits gut. Für die 4x4 Aufnahmen war das Format fest auf 1:1 und S/W eingestellt. Die quadratischen Aufnahmen stellten keine besondere Herausforderung dar. Natürlich kann man dieses Format nicht bildschirmfüllend auf dem Monitor oder TV ansehen. Aber auch das gewohnte und häufig verwendete Bildformat 3:2 erzeugt in der Regel schwarze Ränder am linken und rechten Rand eines Bildschirms im Breitbildformat. Und wenn schon Rand, dann kann es künfig auch einmal häufiger das quadratische Format sein.

Aber muss es nun unbedingt aus einer LX5 kommen? Sicher nicht!

Der Schiebeschalter an der Oberseite des Objektes zur Auswahl des Formates erleichtert den Wechsel des Bildschirmverhältnisses ungemein. Das Foto wird dann auch nur nur in diesem Bereich dargestellt und samt RAW gespeichtert. Die Wahl des passenden Bildausschnittes sollte also bereits bei der Aufnahme gut gewählt sein. Durch die moderate Auflösung der LX5 (ca. 8MP bei 1:1) ist für eine spätere Auschnittsvergrösserung auch wenig Reserve. Diese Vorgaben zwingen den Fotografen, sich vor dem Auslösen Gedanken zu machen. Zumindest mir machte dies Spaß und schadet auch für das spätere Fotoleben nicht. Doch wäre es nicht auch mit dem iPhone und der Einstellung S/W 1:1 gegangen?

Die Vorteile der kleinen LX5 gegenüber dem Telefon sind:

  • ein größerer Sensor mit allen damit verbundenen Vorteilen (Lichtempfindichkeit, Freistellungsmöglichkeit ...)
  • ein optischer Zoom (im Falle der LX5 24-90mm gegenüber 28mm iPhone)
  • auswechselbarer Akku und Speicher

Den Vorteilen stehen für mich folgende Nachteile entegen:

  • eine weiteres Gerät zum herumschleppen (auch wenn es relativ kompakt ist)
  • die Bilder müssen für Internet, Mail und sozialen Netzwerke erst einmal auf ein geeignetes Gerät übertragen/eingelesen werden


Überraschenderweise waren die meisten Vorteile für mich dann doch wenig relevant. Eigentlich alle Bilder entstanden bei Tageslicht. Hier spielte der vergleichsweise große Sensor der LX5 keine Vorteile aus. Weiterhin habe ich bei fast allen Bildern einen weiten Bildwinkel gewählt. Von der Zoom-Fähigkeit der LX5 habe ich kaum Gebrauch gemacht. Auch hier wären die festen 28mm Brennweite des iPhones keine große Einschränkung gewesen. Im Rückblick hat das Arbeiten mit der kleinen LX5 durchaus Freude bereitet. Zumindest für dieses Projekt und die vorliegenden Aufnahmen hätte ich ohne Probleme auch das iPhone nutzen können. Doch darum ging es letztlich nicht. Hauptaufgabe war es, jeden Tag ein Bild zu machen und keinen Gedanken an das "richtige Werkzeug" zu verlieren. Dies hat wunderbar funktioniert. Viel entscheidener war für mich die Erkenntnis, dass ich kein Anhänger dieser Challenges bin, bei denen man über einen bestimmten Zeitraum täglich oder regelmäßig ein Bild machen muss.

Ich möchte Bilder machen, wann ich will. Und nicht, wenn ich muss. Da können auch mal Tage oder Wochen ohne ein Bild dazwischenliegen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mich der Zwang zur Aufnahme fotografisch weiterentwicklelt. Jetzt kann natürlich das Argument fallen, für eine fotografische Weiterentwicklung war das Projekt viel zu kurz. An einer Überprüfung und Verlängerung habe ich jedoch nur begrenztes Interesse. :-)

Trotzdem fordere ich jeden Hobbyfotografen einmal auf, sich einem kleinen Projekt oder einer ähnlichen kleiner Reihe zu stellen. Schaden kann es nicht. Auch wenn man danach froh ist, glücklicherweise nicht gleich ein Jahresprojekt begonnen zu haben.

Lumix LX5 Schönebeck Bierer Berg Steintor

Lumix LX5 Plötzky Waldsee Wohnfaß

Lumix LX5 Stadtmauer Schönebeck Salzelmen

Lumix LX5 Ende des Projektes Relax


Aufgenommen mit:

Der Herbst ist da

Lange Monate wurden wir mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen verwöhnt. Doch nun ist er da - der Herbst.
Und spätnachmittagige Spaziergänge zu dieser Zeit sind ja auch etwas Schönes.

Kurpark Schönebeck Bad Salzelmen Sigma DP1S

Kurpark Schönebeck Bad Salzelmen Rosengarten Sigma DP1S

Aufgenommen mit:

Wandbildfutter aus der Sigma DP1S

Ich habe gerade einen sehr schönen Artikel von Jörg Langer gelesen. Mit diesem Artikel fühle ich mich bestätigt, nicht grundlos in den letzten Wochen mit diesen "antiken" Kameras fotografiert zu haben.

Noch zwei Bilder aus der knapp 10 Jahre alten Sigma DP1S:

Sigma DP1S DP1 Kühlungsborn Hafen Sonnenuntergang

Sigma DP1 DP1S Leuchtturm Warnemünde

Alle Bilder aufgenommen mit: