Sigma DP1S DP1 2018 Berlin Flughafen Tempelhof Landebahn

Die 4.7 Megapixel einer Sigma DP1S (1/3)

4.7 Megapixel machen glücklich. Dies ist meine Antwort auf die Frage, wieviele Megapixel (MP) man denn nun wirklich braucht, um fototechnisch glücklich zu sein.

Natürlich ist dies subjektiv. Wer viel Reserve für Ausschnittsvergrößerungen benötigt oder generell dem „Pixelpeeping“ frönt, wird damit nicht glücklich sein. Wer aber Fotos für den „herkömmlichen Gebrauch“ oder gar nur für die Darstellung im Internet benötigt, der kann auch mit wenigen MP zufrieden sein. Zu letzteren Gattung zähle ich mich.

Während die Standardauflösungen bei APS-C und Vollformat-Kameras heute meist bei 24 MP beginnt, war ich die letzten Tage mit einer fast 10 Jahre alten Sigma DP1S und einem Bruchteil dieser Auflösung unterwegs. Die werbewirksamen 14.1 MP sind effektiv nur 4.7 MP, da sich die 14.1 MP auf drei hintereinanderliegende Farbschichten beziehen. Das fertige Bild einer Sigma DP1S hat eine Auflösung von 2.640 x 1.760 Pixel (=4.646.400). Damit fühlt man sich pixeltechnisch um Lichtjahre zurückgeworfen. Zu einem Fotobesuch in Berlin begleitete mich nun diese kleine Kamera mit der 28mm-Festbrennweite. Sie sollte zeigen, ob sie auch in 2018 noch praktisch zu gebrauchen ist.

Die DP-Linie von Sigma ist für ihren hohen Stromverbrauch bekannt. Vor der Reise ergänzte ich daher den originalen Stromlieferanten um zwei preiswerte Akkus. Diese kosteten als Neuware jeweils nur um die 5,-EUR.
Fokus-und Gesamtgeschwindigkeit der Kamera beschreibt der Buchtitel „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny treffend. Ich habe selten mit einer Kamera gearbeitet, die so langsam fokussiert, verarbeitet und speichert. Dem behäbigen Fotografieren steht jedoch ein Bildergebnis gegenüber, dass mich verblüfft hat.

Statt kamerainternen JPGs habe ich RAW-Bilder aufgenommen. Die verlustfreien X3F-Dateien sind mit ca. 15 MB zwar größer als JPG, werden jedoch klaglos von einer halbwegs aktuellen Lightroom-Versionen importiert und verarbeitet. Auf die Installation der Sigma-eigenen Software habe ich bewußt verzichtet.

Die Bilder der DP1S sind bereits unbearbeitet farbenfroh und kontrastreich. Mit meinem Standard-Workflow und der Verwendung eines vorhandenen Kameraprofils habe ich die Fotos noch etwas bearbeitet. Herausgekommen sind Bilder, die auch auf den zweiten Blick nicht an eine fast 10 Jahre alte Kompaktkamera erinnern. Zwar besitzt die Kamera weniger Pixel; doch dafür ist ein gelungenes Bild bis auf den letzten Pixel scharf. Wo Kameras mit höheren Auflösungen teilweise Pixelmatsch liefern, liefert der Foveon-Sensor der alten Sigma pixelscharfe Ergebnisse.

Um den Hals getragen, lief ich am Wochenende also wie ein „üblicher Tourist“ durch Berlin. Und wenn man mit anderen Fotografen unterwegs ist, taucht man sogar selbst einmal auf einem Bild auf:

Mario Heide Sigma DP1S Foto: Hartmut Graefenhahn (Fujifilm X-T1) - "Tourist Mario mit Sigma DP1S"

Bei strahlender Sonne entstanden die ersten Aufnahmen (alle Bilder auf 1.600 Pixel Breite verkleinert):

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Wasserturm Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Bäume Blog

Danach machten wir uns auf den Weg zum Tag der offenen Tür des zwischenzeitlich geschlossenen Flughafens Tempelhof:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin U-Bahn Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Hanger Flughafen Tempelhof Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Abfertigungshalle Flughafen Tempelhof Blog

Am Abend dann noch einen kurzen Abstecher zum Potsdamer Platz:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Potsdamer Platz Skyline Blog

Sigma DP1S DP1 in 2018 Berlin Sony Center Blog

Das Objektiv mit einer Anfangsblende von f4.0 benötigt, sofern man die Belichtungszeiten kurz halten möchte, schon etwas Licht. Tagsüber war dies ausreichend vorhanden.
Einen Tag später sollte es dann aber unerwartet viele Aufnahmen innerhalb von Gebäuden geben. Wie sich die Sigma DP1S hier schlug, zeigt sich im kommenden Bericht.

Aufgenommen mit:

Sigma DP1S DP1 in 2018 Test Park Bank

Sigma DP1S - Oder wieviele Megapixel braucht man wirklich

2006 ist George W. Bush Präsident der USA.
2006 feiert die Band Tokio-Hotel mit ihrem Debütalbum "Schrei" nach "Durch den Monsun" weitere Nummer -1-Hits in Deutschland.
2006 kommt die Sigma DP1 auf den Markt.

Dies alles liegt zum aktuellen Zeitpunkt 12 Jahre zurück.

Die Kamera-Linien SD und DP aus dem Hause Sigma sind sehr umstritten. Bei keiner anderen Kameragattung gehen Lob und Tadel so weit auseinander. Man liebt oder hasst sie. Grund ist der verbaute Foveon-Sensor. Bei diesem liegen die drei Farbpixel nicht nebeneinander sondern hintereinander. Diesen abbildungstechnischen Vorteil bezahlt man jedoch mit einem dicken Nachteil. Die Techologie des X3-Sensors braucht viel Licht. Schon ab ISO 400 bricht die Bildqualität dramatisch ein.

2009 wurde die originale Sigma DP1 mit der Version DP1S aktualisiert. Der Sensor und das fest verbaute Objektiv blieben jedoch unverändert. Neugierig, ob ein solches Gerät heute nur noch für die Vitrine oder gar noch zum Fotografieren taugt, konnte ich einem Schnäppchen in eBay nicht widerstehen.

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018
SIGMA DP1S (aufgenommen mit CANON 5D II)

Die kompakte und leichte Sigma DP1S besitzt mit 20,7 mm x 13,8 mm einen vergleichsweise großen Sensor im APS-C-Format. Als Objektiv ist in der Kamera eine F4.0-Linse mit umgerechnet 28mm Brennweite verbaut. Die angegebenen 14 Megapixel beziehen sich auf alle drei Farbschichten. Mit einer Auflösung von 2652 × 1768 können somit 4.7MP-Bilder erzeugt werden.

Sind 4.7 Megapixel in Zeiten von Smartphonekameras, die bei ähnlicher Brennweite heute 12 bis 24 Megapixel besitzen, überhaupt noch ansatzweise konkurrenzfähig und sinnvoll?

Diesen Fragen möchte ich in den nächsten Tagen und Wochen nachgehen. Die heutigen Erstversuche im nahe gelegenen Kurpark möchte ich ohne weitere Kommentare teilen:

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen Brunnen

Sigma DP1S DP1 Test Real World 2018 Kurpark Schönebeck Salzelmen

Aufgenommen mit:

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Seebrücke

Pentax K70 Test auf Usedom

Die Kameratasche für den Urlaub war bereits gepackt. Zwei Canon-Kameras sollten mich in den Ostseeurlaub auf Usedom begleiten. Doch natürlich kommt es anders. Kurz vor Reiseantritt erhielt ich die Möglichkeit, eine Pentax-K70 zu testen. Bereits seit einigen Monaten begleitet mich eine Kamera aus dem Hause Pentax. Die kleine Pentax MX-1 war ein Spontankauf, den ich bisher nicht bereut habe. Ich habe mehrfach darüber berichtet. Die Pentax K70 ist eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR). Von dieser Kameragattung hatte ich mich in den letzten Jahren zusehends entfernt. Zu vorteilhaft sind zwischenzeitlich kompakte Spiegellose, die teilweise identische Sensoren verbaut haben und dementsprechend vergleichbare Qualität bei kleineren Abmaßen liefern. Die elektronischen Sucher von Systemkameras sind bereits auf einem sehr hohen Qualitätsniveau. Während der unverfälschte Blick durch die Spiegelreflexkamera naturgemäß keine Trägheit besitzt, überzeugen elektronische Sucher heute mit niedriger Latenz und einer kompletten Vorschau, die Weißabgleich und Belichtungskorrekturen beinhalten. Wie man (im wahrsten Sinn des Wortes) sieht; ist es letztlich eine persönliche Entscheidung für welches System man sich entscheidet. Nachdem sich seit einiger Zeit auch wieder eine vollformatige DSLR in meinem Besitz befindet, stand ich der Pentax K70 kritisch, aber nicht voreingenommen, gegenüber. Dies sollte sich als gute Voraussetzung erweisen.

Die Pentax K70 ist eine Kamera mit einem APS-C-Sensor. Ihr wird nachgesagt, sie biete in der aktuellen Pentax-Serie das beste Preis-Leistungsverhältnis. Und wirklich finden sich in der Leistungsbeschreibung der Kamera fast alle bildqualitätsrelevanten Merkmale der teureren Schwestermodelle aus dem Hause Pentax wieder. Im Praxistest interessierten mich die technischen Daten jedoch nicht. Ich wollte herausfinden, wie sich die Kamera im wirklichen Fotoleben schlägt.

Pentax K70 Test

Die K70 ist im Gegensatz zu meiner Canon 5D II geradezu winzig. Den relativ geringen Abmaßen steht jedoch ein verhältnismäßig hohes Gewicht entgegen. Dies liegt hauptsächlich am gut verarbeiteten Gehäuse mit zusätzlichen Dichtungen. Diese schützen das Kamerainnere vor Staub und Spritzwasser. Die Kamera kann somit bedenkenlos bei Regen einsetzt werden. Aus diesem Grund war sie im Urlaub auch an Tagen mit Regenaussicht mein ständiger Begleiter, obwohl sie letztlich keinen Regentropfen gesehen hat. Es ist ein gutes Gefühl, auf diese Situationen vorbereitet zu sein. So fototechnisch entspannt war ich das letzte Mal mit meiner sturzsicheren und wasserdichten Nikon AW1.

Für Sportaufnahmen ist ein schneller Autofokus notwendig. Die Kitesurf-Masters auf Usedom boten eine gute Gelegenheit, diesen zu testen. Im Zusammenspiel mit dem Zoom-Objektiv, einem HD PENTAX-DA 16-85mm f/3.5~5.6 ED DC WR, traf der AF der K70 schnell und zuverlässig.

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Kitesurf Masters

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Kitesurf Masters

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Kitesurf Masters

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Kitesurf Masters

Mit dem verwendeten Objektiv ist die Kamera etwas kopflastig. Bei Verwendung des mitgelieferten Kameragurts hängt diese Kombi leider etwas traurig mit dem Objektiv herab am Hals. Ich habe mich für eine Handschlaufe entschieden. Mit dem kurzen Gurt konnte ich die Kamera gut in einer mittelgroßen Kameratasche transportieren.

Pentax K70 Test Kameratasche

Die Bildvorschau auf dem rückseitigen Display lies bereits vermuten, dass die K70 scharfe Aufnahmen liefert. Am heimischen PC staunte ich dann aber nicht schlecht. Die RAW-Bilder waren beeindruckend scharf und lösten auch keinste Details auf. Meine Sony NEX7 besitzt ebenfalls einen 24MP-Sensor. Ob nun Sensor oder Kit-Objektiv der Sony; die Bilder der Pentax K70 sind verglichen mit der bereits sehr guten Sony noch einmal schärfer und detailreicher. Dies wird zumindest in der 100-Prozent-Ansicht erkennbar. Über den Sinn und Unsinn von Pixelpeeping möchte ich an dieser Stelle lieber nicht weiter diskutieren.

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Swinemünde Sandskulptur Doof

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Swinemünde Sandskulptur Gollum

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Seebrücke

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Standaufgang Abend

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Swinemünde Radisson Blu

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Swinemünde Radisson Blu Glasbrücke

Bevor jetzt der Eindruck entsteht, ich würde die Pentax K70 aufgrund der kostenlosen Testmöglichkeit übermäßig loben, kommen wir zum Thema ISO-Empfindlichkeit. Und hier soll die K70, wenn man einschlägigen Berichten und Foren glaubt, besonders punkten. Überraschenderweise kann ich gerade dies nicht uneingeschränkt unterschreiben.

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Abend Beleuchtung Blumen

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Abend Beleuchtung Blumen

Während abendliche Strand-und Sonnenuntergangsfotos einwandfrei abgebildet wurden, brachten andere Aufnahmen in der Dämmerung bei ISO 6.400 bereits sichtbares Bildrauschen. Zwar liegt es im Vergleich zu meinen eigenen APS-C-Kameras auf einem hohen Niveau; es ist aber nicht die von einigen Berichten gelobte gnadenlose Rauschfreiheit. Diese hatten meine Erwartungen zu Unrecht in die Höhe geschraubt. Es bleibt zu berichten, dass der Sensor der K70 auch mit wenig Licht gute Ergebnisse liefert. Wer noch bessere Ergebnisse benötigt, sollte zu vollformatigen Spezialisten wie der Sony A7S greifen.

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Strand Boot

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Bansin Seebrücke Sonnenuntergang

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Strandkorb Abend

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Strand Sonnenuntergang

Pentax K70 Test Usedom Ostsee Heringsdorf Seebrücke Restaurant

Ein weiterer Wermutstropfen ist das Thema Video. In den letzen Monaten entstanden die meisten meiner Videos mit dem Smartphone. Dies sollte sich auch in diesem Urlaub nicht ändern. Obwohl die Pentax sogar ein externes Mikrofon verwenden kann, hinterläßt der Autofokus im Videobetrieb einen durchwachsenen Eindruck. Bei meinen Aufnahmen pumpte der Autofokus zu sehr. Die Gesichtserkennung, die im Fotobetrieb einwandfrei funktioniert, arbeitet unter Video nicht fehlerfrei. Vielleicht hätte ich mit mehr Übung noch bessere Ergebnisse erzielen können. Da Video aber nicht mein Hauptaugenmerk war, habe ich es bei den wenigen Versuchen belassen.

Der Urlaub ist vorbei. Die Kamera ist bereits wieder bei Ricoh/Pentax.

Vermisse ich die Kamera bereits? Würde ich sie mir kaufen?

Wer das Prinzip Spiegelreflex mag und auf Video verzichten kann, bekommt für ca. 700,- Euro eine leistungsstarke und robuste Kamera (Body). Der stabilisierte Sensor bleibt in der Spiegelreflexwelt meines Erachtens weiter Pentax vorbehalten. Damit können auch ältere Objektive ohne eigenen Stabi problemlos verwendet werden.

Pentax K70 Test Body

Ich selbst habe aktuell keine „Kameralücke“, die den Kauf einer Pentax K70 rechtfertigen würde. Mit der analogen Pentax MX besitze ich bereits eine Kamera mit klassischem Design aus dem Hause Pentax. Ich muss zugeben, dass mir das APS-C-Flagschiff Pentax KP rein äußerlich mehr zusagt. Diese Liebhaberei würde mit ca. 1.000,- EUR Straßenpreis für den KP-Body noch einmal deutlich teurer ausfallen.

Wer eine sehr gute Spiegelrelexkamera zum Fotografieren sucht, sollte sich neben den bekannten Modellen aus dem Hause Nikon oder Canon unbedingt auch die Pentax K70 ansehen!

Aufgenommen mit:

 

Die lange Nacht der Wissenschaft in Magdeburg 2018 ( Canon 5D Mark II )

Die lange Nacht der Wissenschaft Magdeburg 2018

Zumindest die lange Nacht der Wissenschaft konnte die DSGVO nicht verhindern. Die aktuelle Datenschutzvorgabe, keine erkennbaren Menschen ohne deren Einverständnis abzulichten, macht das Fotografieren auf gut besuchten Veranstaltungen fast unmöglich (zumindest, wenn man die Ergebnisse hier zeigen möchte).

Ein paar Impressionen vom dunklen Wissenschaftshafen gibt es aber doch noch:

Markkleeberger See ( Canon 5D Mark II )

Der Markkleeberger See

Sonnenuntergänge sind am Wasser besonders schön.

So machte auch der Sonnenuntergang am Markkleeberger See keine schlechte Figur. Am Tage läd der See zu Sport und Spass ein. Ein Kletterpark ist in direkter Nähe. Am Abend hat man eine schöne Aussicht in Richtung Leipzig.