Panasonic Lumix LX5 mit Schiebeschalter für Formatumstellung

4x4 (1/4)

Bevor es an den darauffolgenden Tagen in den Urlaub gehen sollte, standen zunächst die ersten Aufnahmen an normalen Arbeitstagen an. Hier zeigt sich, dass bereits eine tägliche Aufnahme etwas Kreativität oder Kompromissbereitschaft bedarf.

Panasonic LX5 S/W 4x4 Kürbis Halloween

Panasonic LX5 S/W 4x4 Freie Fahrt

Panasonic LX5 S/W 4x4 Freie Garagen

Panasonic LX5 S/W 4x4 Freie Tischplatte aus Bronze


Aufgenommen mit:

Panasonic DMC-LX5 LX5 Lumix Frontansicht

Lumix LX5 und 4x4

Quadratisch - Praktisch - Gut. Dies ist nicht nur die Schokolade eines sportlichen Süßwaren-Herstellers, sondern auch der Großteil der Instagram-Bilder.
In der Regel nutzt man dort das quadratische Format, welches ich persönlich auch sehr mag. Wer nicht direkt mit dem Smartphone und Instagram fotografiert, beschneidet eine vorhandene Aufnahme per Hand oder übernimmt den oft bereits sehr stimmigen Vorschlag der App.
In fast allen Smartphones und herkömmlichen Kameras kann man das Format für die Aufnahme bereits im Vorfeld bestimmen. Während die Formatwahl bei einigen Smartphone-Anwendungen bereits auf den ersten Blick ins Auge fällt, versteckt sich die Formatumschaltung bei vielen Kameras in einem tieferen Untermenü. Die LX-Serie von Panasonic und die D-Lux-Reihe aus dem Hause Leica besitzen hier einen großen Vorteil. Auf der Oberseite des Zoomobjektives kann man mittels eines kleinen Schiebeschalters das gewünschte Format direkt einstellen.

Panasonic DMC-LX5 LX5 Lumix Ansicht oben

Während einer Phase des Leica-Aufrüstwahns wechselte ich von D-Lux 5 über D-Lux 6 zur Leica X2. Letztere besaß diese sehr praktische Einstellhilfe in ihrer puristischen Ausstattung bereits nicht mehr.
Die LX-Kameras aus dem Hause Panasonic ähneln sehr den D-Lux-Produkten von Leica. Dies ist kein Zufall; die Kameras wurden in Zusammenarbeit entwickelt und nur noch für die jeweilige Marke individualisiert. In den meisten Funktionen stimmen die jeweiligen Paare überein. Durch Zufall kam ich an eine Lumix LX5. Diese besitzt, wie auch die Leica D-Lux 5, noch einen CCD-Sensor. CCD-Sensoren wurden in den jeweiligen Folgemodellen durch CMOS-Sensoren ersetzt und werden (CMOS) heute in fast allen Kameras eingesetzt. Während CMOS-Sensoren deutliche Vorteile in der Lichtempfindlichkeit besitzen, schwärmen viele Besitzer von CCD-Kameras von der besseren Farbdarstellung des CCD-Sensors. Auch in der S/W-Konvertierung machen CCD-Sensoren eine gute Figur. Mein leider zwischenzeitlich verstorbener Fotofreund Victor riet mir damals inständig vom Wechsel der CCD-D-Lux 5 zur CMOS-D-Lux 6 ab. Leider hörte ich nicht auf ihn. Diesen Fehler konnte ich mit dem preiswerten Erwerb der Lumix LX5 nun etwas berichtigen.
Was will man mit einer LX5, wenn man auch "richtige" Kameras besitzt? Ganz einfach: Man möchte Spaß haben. Statt schwerer Kamera passt die kompakte Lumix unterwegs als Ergänzung des iPhones in die Jackentasche und bietet mit einer Brennweite von 24-90mm neben einem guten Weitwinkel auch etwas optische Zoomreserve. Hauptgrund für die Anschaffung ist aber der Ansporn, mit der Kamera fertige S/W-Bilder im quadratischen Format zu produzieren, die ohne große Anpassungen direkt für Instagram verwendet werden können.
Um die Sache etwas interessanter zu machen, habe ich daraus eine kleine Mini-Challenge gemacht. Angelehnt an das quadratische Format möchte ich im Oktober mit "4x4" an 16 aufeinanderfolgenden Tagen täglich ein Bild mit dieser Kamera machen und im Nachgang als kleine 4er-Serie veröffentlichen.

PS. Neben dem Leica-Objektiv werkelt ein zusätzlicher Leica-Geist in der Kamera. Bei einem Besuch bei Fotofreund Hartmut Gräfenhahn in Berlin erbte ich den originalen Leica-Akku seiner Leica D-Lux 5. Diese war leider einem Wasserschaden zum Opfer gefallen. Akku und Ladegerät leisten mir jetzt gute Dienste.

Lost Place - Hartmut Gräfenhahn

Kein Foto wird zweimal gemacht. Auch am selben Ort entstehen von anderen Fotografen Bilder, die sich von meinen Fotos auch stilistisch unterscheiden. Ich freue mich sehr, dass Hartmut Gräfenhahn eine kleine Auswahl seiner Bilder des Lost Places hier vorstellt.

Hartmut Gräfenhahn: Ich fotografiere seit meiner Jugend. Momentan sind meine Schwerpunkte Portrait- und Bokehfotografie. Bei Lost Places fasziniert mich die gleichzeitige Präsenz von Vergangenheit und Zukunft. In den verlassenen Gebäuden weht der Geist der Vergangenheit in Form alter Untertapete mit Zeitungen und zurückgelassenen Kleidungsstücken. Gleichzeitig erobert die Natur, Vandalismus und unglaublich kreative Streetartkunst die verfallenden Räumlichkeiten. Wer zückt da nicht die Kamera?


Lost Places Hartmut Graefenhahn Stiefel

Lost Places Hartmut Graefenhahn Tapete Zeitung

Lost Places Hartmut Graefenhahn Uniform

Lost Places Hartmut Graefenhahn Baum in Dachrinne

Lost Place Hartmut Grafenhahn Das Auge

Lost Place Hartmut Grafenhahn Das Fenster

Eine Sigma DP1S in 2018 (3/3)

Bei genügend Licht fühlt sich die Sigma DP1S pudelwohl. Doch auch hier gibt es im wahrsten Sinn des Wortes "Licht und Schatten".

Die optionale Sonnenblende soll die Bildqualität bei schräg einfallendem Sonnenschein deutlich verbessern. Ich selbst besitze diesen aufsetzbaren Tubus nicht; trägt er doch an der Kamera sichtlich auf und beraubt der kleinen Kamera ihre Kompaktheit. Weiterhin zeigt sich auch beim Display das wahre Alter der Kamera. 230.000 Pixel auf 2,5 Zoll sind aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Zwar reicht der Monitor für die Komposition des Bildausschnittes durchaus aus, bei hellem Umgebungslicht wird das Fotografieren mit dem blendenden Display schnell zum Glückspiel.

Dass es aber trotzdem geht, zeigen die restlichen Bilder aus Berlin und die kurz darauf aufgenommenen Fotos auf der Landesgartenschau 2018 in Burg.

Regierungsviertel Berlin:

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Berlin Regierungsviertel Sigma DP1S DP1 Foveon

Landesgartenschau 2018 Burg:

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Weinberg

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Blumen

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Hohler Stamm

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Erste Reihe Spielplatz

Landesgartenschau 2018 Burg Sigma DP1S DP1 Holzfiguren



Fazit

Die kleine Sigma hat mich nachhaltig positiv überrascht und in meiner Meinung bestätigt, dass das limitierende Element meist hinter der Kamera werkelt. Auch 2018 können sich die Bilder der fast 10 Jahre alten Sigma meines Erachtens durchaus sehen lassen. Durch den flächentechnisch großen Sensor und der damit möglichen Freistellung bietet die Sigma auch heute noch Vorteile gegenüber gängigen Smartphonekameras (auch wenn das Bokeh von einigen Handys heute schon künstlich errechnet wird).

Die pixelgenaue Auflösung der Aufnahmen mit dem 4.7-Megapixel-Foveon-Sensor kann man durchaus mit 10MP herkömmlicher Kameras vergleichen. Während der kleine Auflösungsvorsprung des Sensors von aktuellen Kameras zwischenzeitlich überholt wurde, bleibt den DP-Aufnahmen ein bestimmter Farblook erhalten. Diese "Foveon-Farben" sind auch heute noch in meinem Augen erkennbar. Zwar wurden die abgebildeten Fotos meist in Lightroom mit meinen Standardprofilen bearbeitet, doch bilden bereits die RAW-Bilder eine farbenprächtige Grundlage. Die internen JPGs der Sigma habe ich schnell vergessen. Zu viele Vorteile bietet das RAW in der Nachbearbeitung.

Für wen ist die Kamera heute noch geeignet? Als Hauptkamera wird die Sigma DP1S mit Sicherheit nicht eingesetzt werden. Lichtempfindlichkeit und Geschwindigkeit schränken den Einsatz ein. Wer jedoch wie ich oft mit einer 50mm-Festbrennweite unterwegs ist, kann statt zusätzlichem Weitwinkelobjektiv auch eine kleine Sigma einstecken, die dann auch noch als Backup eingesetzt werden kann. Zwar gibt es mit der Ricoh GR oder einer Fujifilm XF10 heute kompakte Alternativen mit einer Festbrennweite von 28mm; im Gegensatz zur preiswerten Sigma kosten diese jedoch mindestens 500,- EUR. Eine DP1S wechselt in eBay meist für 100-150 Euro den Besitzer.

Neben Preis und Bildqualität entscheidet letztlich oft ein anderer Punkt. Und dieser wichtige Punkt ist, ob man die Kamera gern in die Hand nimmt und benutzt. Und hier hat Sigma mit der urspünglichen DP-Serie einen kleinen Klassiker in die Welt gesetzt. Sigma geht mit der aktuellen Quattro-Reihe weiter einen sehr eigenwilligen Weg. Ob man diese außergewöhnlichen Kameras mag, ist letztlich eine sehr persönliche Entscheidung.

Alle Bilder aufgenommen mit:

Lost Place mit einer Sigma DP1S (2/3)

Lost Places fotografiert man grundsätzlich in schwarz/weiss!

So meint man, sieht es ein ungeschriebenes Gesetz der Fotowelt vor. Als ich am zweiten Tag unserer Fotoreise durch diese Ruinen lief, stand für mich schnell fest: Hier bliebt die Farbe im Bild!

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Nun spielen dunkle Innenszenen und hohe ISO-Zahlen der lichtschwachen Sigma DP1S nicht gerade in die Karten. Nach ein paar Versuchen war jedoch schnell klar, wo die Grenzen der alten Kamera unter diesen Bedingungen sind.

Da die Bildqualität ab ISO400 dramatisch abfällt, fielen einige dunkle Aufnahmen leider komplett aus. Der touristisch anmutende Kameragurt brachte einen großen Vorteil zu Tage. Der an ausgestreckten Händen gespannte Gurt bildete am Hals eine stabile Basis für Aufnahmen mit einer Belichtungszeit von bis zu 1/10s. Durch die weite Brennweite von 28mm fallen leichte Verwacklungen im Weitwinkel nicht so in's Gewicht. Ich staunte daher nicht schlecht, als ich Fotos auf dem rückseitigen Display mit solchen ungewohnt langen Belichtungszeiten betrachtete. Die Sigma hat wohlbemerkt keine Stabilisierung; hier war ein ruhiges Händchen bzw. ein straffer Gurt gefragt.

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Das Innere der Gebäude hielt einen interessanten Kontrast bereit. Auf den zerfallenden und bröckelnden Wänden bilden kunstvolle Graffitis einen frischen Kontrast zum alten Gebäude.

Für diese Art von Umgebung kauft man sich sicherlich keine solche lichtschwache Kamera. Ich nahm die Herausforderung aber an und finde, es sind ein paar interessante Bilder entstanden.

Lost Place Sigma DP1S Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Lost Place Sigma DP1S DP1 Ruine Farbe Graffiti

Mit der Zeit gewöhnt man sich etwas an die gemächliche Art der Kamera. "Entschleunigung" ist dabei schon geschmeichelt. Der nach dem Fokussieren kurz komplett einfrierende Bildschirm erinnert eher an "Stillstand". Und trotzdem macht die Sigma einfach großen Spass. Auch in bewohnter Umgebung sollten noch weitere Fotos entstehen.

Aufgenommen mit: