Feldlinien

07.05.2017

Und da sind sie wieder, die geometrischen Formen und Linien auf den Feldern.

Diese "Feldlinien" haben wir heute auf einer Fahrradtour entdeckt.


Aufgenommen mit Nikon AW1 :

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Analog - Praktica MTL5B

06.05.2017

Eine Praktica MTL5B sollte es sein. Diese bis 1989 in der ehemaligen DDR gebaute Spiegelreflex-Kamera gehört zu den Sachen, die ich als erstrebenswert und unbezahlbar in Erinnerung habe. 1.100 Mark sollte die Kamera mit dem 50mm/1.8-Objektiv kosten.

Knapp 30 Jahre später bekommt man den in Westdeutschland unter der Marke Revue verkauften Fotoapparat für wenig Geld in eBay fast hinterhergeworfen. Etwas teurer sind Exemplare, die geprüft und mit einer neuen Belichtungsbatterie ausgestattet über den virtuellen Tresen gehen. Im Gegensatz zu meiner alten EXA1b kann die Praktica MTL5B mit einer kürzesten Belichtungszeit von 1/1000s aufwarten. Bei der EXA war bereits bei 1/250s Schluss. An der Praktica kann man somit flexibler agieren.

Wie bereits bei der Pentax MX kam der Fujicolor C200 zum Einsatz. Während ich an der Pentax zwischen 28mm und 50mm Festbrennweite wählen konnte, kam an der MTL5B das TESSAR 2,8/50 von Carl Zeiss Jena zum Einsatz. Dieses DDR-Objektiv wurde meist zusammen mit der Kamera verkauft. Für viele ehemalige Hobbyfotografen der DDR war diese Kombination das Mittel der hochwertigen Wahl.

Die Praktica fühlt sich schwerer und massiver als die MX an. Im ersten Moment kam mir der Vergleich "Panzer" in den Sinn. Dies ist jedoch sehr ungerecht, da die Kamera mit ihrem geradlinigen Design gut in der Hand liegt.

Vor dem Spiegelschlag hatte mich Christian (ja, auch in diesem Beitrag sollst Du zur Strafe genannt werden ;-) ) gewarnt. Akustisch durchaus eindrucksvoll, soll er bei längeren Verschlusszeiten durchaus zu Verwackelungen führen. Bei Tageslicht sorgt das lichtstarke Objektiv in Zusammenarbeit mit dem ISO200-Film jedoch für kurze Belichtungen. Aus diesem Grund kann ich eine negative Auswirkung des Spiegelschlages auf die Schärfe nicht bestätigen. Vielmehr war der Fokus bei einigen Bildern meines ersten Films mit der Praktica nicht immer optimal platziert. Dafür war die Belichtungseinstellung durchgehend korrekt. Die eingeblendete Belichtung wird durch einen kleinen Zeiger im Sucher angezeigt. Im Beispielsbild des Suchers kann die Blende noch ein wenig geöffnet oder die Verschlusszeit verlängert werden. Befindet sich der Zeiger innerhalb der Kerbe, dann ist die Belichtung in Ordnung.

Nach einigen Tagen mit der Kamera muss ich gestehen, dass die zusätzliche Kontrolle der Belichtung das Fotografieren durchaus verlangsamt. Hier ist man von heutigen Automatiken sehr verwöhnt. Bei der im Vorfeld getesteten Pentax MX zeigten farbige LEDs notwendige Belichtungskorrekturen an. Ob LED oder Zeiger - dies ist letztlich Geschmackssache. Auf jeden Fall jedoch ein zusätzlicher "Arbeitsschritt".

Diese "Entschleunigung" kann Vorteile haben. Ist das Motiv ein spielendes und sich bewegendes Kind, ist Übung vorteilhaft. Ich habe mich deshalb auf Motive konzentriert, die mir nicht weglaufen konnten.

Mit der Bildqualität der Praktica bin ich zufrieden. Sie liegt auf gutem Niveau. Im direkten Vergleich zur Pentax mit dem SMC50/1.4 verliert sie ein wenig. Der Vergleich hinkt jedoch etwas, da das an der Pentax MX verwendete Objektiv überdurchschnittlich gut abbildet. Auch an der Praktica stehen optional sehr hochwertige M42-Objektive in verschiedenen Preissegmenten zur Verfügung.

Bei der Analog-Fotografie wird schnell deutlich: Bilder werden in erster Linie nur durch Linse und Film beeinflusst. Die "Komponente Mensch" kommt hier stärker in's Spiel. Unterschiede beim Sensor gibt es nicht (wenn man den gleichen Film verwendet).

Aufnahmen von der Kreisgrabenanlage Pömmelte:


Magdeburg:

Aufgenommen mit Praktica MTL5B und Fujicolor C200:

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Klein-Stonehenge - Ringheiligtum Pömmelte

22.04.2017

Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte bei Schönebeck wird von den Anwohnern bereits "Klein-Stonehenge" genannt. Mit zunehmender Wahrnehmung und steigender Bedeutung dieser seit 2015 zu besichtigenden Kultstätte wird die Bezeichnung auch zunehmend von Touristen und Interessierten übernommen.

Bei wechselndem Aprilwetter, Sonne und Regenwolken wechselten minütlich, nutzte ich die Chance für eine weitgehend besucherfreie Fotosession.

Alle Bilder (bis auf das Panorama) kommen farblich unbearbeitet aus der Kamera (Nikon Farbmodus VI Brilliant):

Aufgenommen mit:

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Ostern ist vorbei

17.04.2017

Leider vergingen die freien Ostertage wieder viel zu schnell. Heute konnten die Kinder im Schönebecker Kurpark noch einmal den Osterhasen treffen. Dieser verschenke Ostereier.

Pentax MX - Das Experiment

16.04.2017

Keinesfalls wollte ich die analoge Büchse der Pandora öffnen. Doch dann kam es anders.

"Es" trägt dabei den Namen Christian, der auf dem Fotoausflug Rügen mein Interesse am Thema Analogfotografie weckte. Mit seinen analogen Schätzen, die teilweise 60-70 Jahre alt sind und noch heute zuverlässig ihren Dienst verrichten, kamen wir zwangsläufig auf das Thema Film.

Interessanterweise geht es bei der Analogfotografie heute nicht nur um die Thematiken Bildqualität, Bildwirkung oder Kameratechnik. Vielmehr vereint heutige Analog-Fotografen oft der besondere und bewusste Weg zum Bild. Allein Kosten und Beschränkung auf 36 Bilder pro Kleinbildfilm lassen den Druck auf den Auslöser zu einem kleinen Ereignis werden, den man durch Serienaufnahmen an heutigen Digitalkameras oft verlernt bzw. vergessen hat. Sucht man sich aus einer Vielzahl digitaler Bildern das vermeintlich beste Foto aus, so muss bei einer Filmkamera der Moment bereits bei Auslösung passen.

Dieses Gefühl wollte ich nun einmal erleben. Ich habe mir deshalb zwei Kameras gekauft. Analoge Kameras sind heute sehr preiswert. So bekommt man im größten Auktionsportal funktionierende Geräte für 10-20 Euro angeboten, die sich unsere Väter und Großväter nur selten leisten konnten. Obwohl die Preise in letzter Zeit wieder etwas angezogen haben, Retro liegt im Trend, bekommt man für kleines Geld oft hochwertige analoge Technik. Nicht selten ist im Set bereits ein brauchbares Objektiv enthalten.

Für meine Zwecke sollte es neben einem analogen Arbeitspferd aus der DDR (über diese Kamera werde ich später berichten) eine besondere Kamera sein.

Die Pentax MX aus dem Jahre 1976 ist nur etwas jünger als ich. Die kleine Kamera im klassischen Spiegelreflex-Design ist für mich eine der schönsten Kameras. Da ich kompakte Kameras mag, musste es also unbedingt ein solches Modell sein. Leider kostet diese Kultkamera etwas mehr als andere Modelle. Für 100-200 Euro gibt es jedoch brauchbare Exemplare, die preisstabil auch für einen eventuellen Wiederverkauf geeignet sind. Neben dem im Set befindlichen Pentax 28mm/2.8 - Objektiv lieh mir Christian kurzerhand ein passendes Pentax 50mm/1.4. Damit sollte ich nun meine ersten analogen Versuche starten.

Als Film sollte eine Standard-Rolle dienen. Der Fujicolor C200 ist ein preiswerter Negativfilm. Für ca. 5,- Euro bekommt man 2x36 "Momente" beim Internethändler seines geringste Misstrauens.

Zur Auswahl sollten es zunächst bekannte Motive sein. Diese habe ich bereits mehrfach digital abgelichtet. Ein Vergleich mit der digitalen Version ist somit einfach möglich.

Die ersten Bilder:

Ich finde, ein gewisser analoger Charme ist den Bildern nicht abzusprechen. Nun haben die Bilder keinen künstlerischen Anspruch und eher einen testdokumentarischen Charakter. Als Funktionstest für die Kamera und erste Gehversuche sind sie aber geeignet.

Auf den unveröffentlichten Portraits meiner Kinder machte das 50mm-Objektiv bei Offenblende am analogen Vollformat ein eindrucksvolles Bokeh. Mit den 28mm kam ich sehr gut zurecht. Diese universelle Brennweite mag ich seit der Nikon Coolpix A.

Die Bilder sind unbearbeitet; manche auch etwas schief (ja, die analoge Kamera hat keinen künstlichen Horizont).

Der fertige Film, den man liebevoll per Hand mit einer kleinen Kurbel zurückdrehen muss, landete zur Entwicklung bei Rossmann. Diese lassen meines Erachtens bei CEWE entwicklen. Neben ein paar einfachen Abzügen habe ich eine Foto-CD mit den Scans der Bilder mitbestellt. Somit stehen mir die analogen Bilder neben Film auch digital zur Verfügung. Über die geringe Scan-Auflösung wurde ich im Vorfeld gewarnt. CEWE liefert die Bilder in der Qualität, die scheinbar für Belichtungen in 10x15cm genügt. Ich hatte ja Hoffnung auf eine höhere Auflösung, als ich den Bildordner "Large" öffnete. Doch dort befanden sich leider nur die Scans mit 1536x1024 Pixel. Wozu man die geringeren Auflösungen in "Medium" oder "Small" benötigt, bleibt mir ein Rätsel.

Für diese Seite reicht die Qualität jedoch aus, da ich auch sonst die digitalen Bilder auf max. 1.600 Pixel Breite rechne.

Letztlich hat dieser erste Film sehr viel Spass und (Vor)Freude bereitet. Und dies macht meines Erachtens einen großen Teil der Begeisterung für Analogfotografie aus. Die bewusste Beschränkung auf eine Handvoll Bilder, notwendige Handarbeit durch fehlende Automatiken der Kameras ... und fast eine Woche Warten auf das fertige Ergebnis.

Ich werde digital bleiben. Zum gestrigen Osterfeuer lag eine digitale Kamera in der Fototasche. Doch analoge Fotografie hat ihre Berechtigung. Ich werde mit der Pentax MX sicher noch einige interessante Momente erleben. Doch zunächst wartet der zweite Analogschatz auf ihren Einsatz. Ich werde berichten ...

Aufgenommen mit Pentax MX und Fujicolor C200:

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