#2Fotos1Bild

06.11.2017

Es gab fotografisch relevante Momente, an die ich mich lange erinnern werde. Zu gern wäre ich auch bei dem Dialog zwischen der Fotoverkäuferin und Hartmut Gräfenhahn anwesend gewesen:

Verkäuferin: "Es tut mir leid, beide Filme sind verdorben! Beide Filme sind doppelt belichtet worden und es ist kein einziges brauchbares Bild drauf."
Hartmut Grafenhahn: " Toll, genauso sollte es sein!"


Hartmut stellte mir das Projekt in einer Phase vor, in der ich mich vorsichtig der analogen Fotografie näherte. 20 Jahre lang hatte ich von analogen Filmen die Finger gelassen. Aber man wird älter und erinnert sich gern an die eigenen unbekümmerten Fotoanfänge. Ich wollte es einfach wieder analog probieren.

Die Doppelbelichtung kam als neue Herausforderung sehr recht. Half sie doch, auch bei diesen speziellen Aspekten, mehr über die analoge Fotografie wiederzuentdecken.

Der digitale Testlauf, ich hatte darüber berichtet, verlief vielversprechend. Nach zwei Filmen und 72 Aufnahmen (hinzugezählt werden müssen noch die Auslösungen von Hartmut) wartete ich gespannt auf das Ergebnis.

Dieses war dann doch ... ... überraschend anders als erwartet.

Die analogen Fotos unterscheiden sich deutlich vom digitalen Testlauf.

Waren auf der digitalen Mischung meist beide Motive zu erkennen, dominiert auf dem analogen Material meist das Bild eines Fotografen. Dies, obwohl die Digitalfotos nicht einfach überlagert, sondern additiv vereint wurden. Dies sollte in der Theorie auch dem analogen Material entsprechen. Die Praxis sah aber anders aus. Das "Abenteuer Film" sorgte auch hier für Überraschungen.

Auf vielen Bildern bleibt die zusätzliche Belichtung als solche auf den ersten Blick verborgen. Zusätzliche Motive und Strukturen verwirren den Blick.

Ich habe auf dem Bildmaterial mit verschiedenen Bearbeitungsmethoden experimentiert. Die Farben des FujiColor-Films sind brilliant; einigen Fotografen bereits zu gesättigt. Ich mag diese kräftigen Farben. Doch erst bei der Wandlung in schwarz/weiß und Steigerung des Kontrastes bekamen die Bilder in meinen Augen die richtige Balance zwischen konkurrierenden Motiven und einer gemeinsamen Harmonie.

Eine weitere Besonderheit unserer Doppelbelichtung ist der Versatz der Bilder. Der Versatz entstand, da die Filme jeweils neu in die zweite Kamera eingelegt wurden. Das Rückspulen eines belichteten Films ist im Übrigen sehr spannend, wenn man ihn nicht versehentlich komplett in die Dose zurückziehen darf. Der Film sollte schließlich ein zweites Mal eingesetzt und zum Einsatz kommen.
Der Einsatz einer Panorama-Kamera in Berlin sorgte für weiteres "Format-Chaos"; mehr Zufall geht kaum. Aus diesem Grund sind im Gegensatz zu den Digitalbildern selten zwei Aufnahmen überein. Dieses Element zwang mich, meinen Bildausschnitt zu überdenken. Ich entschied mich für eine quadratische Form.

Meine Belichtungen entstanden mit einer Pentax MX und einer Pentax ProgramA. Auf beiden Kameras kamen Objektive mit 28 und 50 mm Brennweite zum Einsatz.

Ich bin Hartmut Gräfenhahn, dem engagierten Fotografen aus Berlin und Initiator dieses Projekts, für diese Erfahrungen sehr dankbar. Und da Erfahrung bekanntlich klug macht, würden wir bei einer Fortsetzung wahrscheinlich einige Sachen anders machen. Hier berichtet er auf seiner Seite über das Projekt.

Mich interessiert sehr, wie diese Bilder auf andere Betrachter wirken. Über einen Kommentar auf den Blogs der Mitwirkenden würde ich mich sehr freuen.

Ein Kommentar von Hartmut Gräfenhahn:

Fotoprojekte, und vor allem die, die zusammen mit anderen Fotografen gemacht werden, faszinieren mich. Man ist - im positiven Sinne gesehen - gezwungen, eigene eingetretende (fotografische) Pfade zu verlassen und lernt neue Wege und Sichtweisen kennen. So auch nun bei dem Doppelbelichtungsprojekt mit Mario. Ich war auf die Ideen und Reaktionen von Mario gespannt und wurde nicht enttäuscht.
Die fotografischen Ergebnisse waren überraschend, weil nicht so ganz erwartet. Auf der einen Seite gab es die "geplant ungeplanten" Bilder mit interessanten Bildkompositionen, auf der anderen Seite deutlich mehr Ausschuss als erwartet. Aber das gehört dazu. Unerwartet war für mich die zeitliche Länge des gemeinsamen Fotoprojekts. Berufliche Stressphasen, Urlaube, Familie und andere Prioritätensetzungen sorgten für eine fast fünfmonatige Projektdauer. Aber vieleicht bin ich manchmal auch zu ungeduldig.
Uns stand mit den doppelt belichteten Negativen das gleiche Ausgangsmaterial zur Verfügung. Auch hier lauerte die nächste Überraschung. Mario wählte zwar erwartungsgemäß andere Bildausschnitte, setze sie aber konsequent in Schwarz-weiß um. Mich als eingefleischten S/W-Fotografen überraschtes es dann im Nachherein, da ich selbst die Bilder intuitiv farbig umsetzte.
Was könnte in einer eventuellen zweiten Phase aus meiner Sicht anders gemacht werden? Vielleicht sollte den Zufall etwas auf die Sprünge geholfen werden und z. B. mehr grafische und inhaltlich reduzierte Motive (nach dem Motto "Weniger ist mehr") auf den Film gebannt werden. Wie Mario freue ich mich auf Kommentare und Verbesserungsvorschläge.

Fotos von ihm sind auf seiner Seite zu entdecken.

Hier eine Auswahl meiner Bilder:








[Kommentare]

Rappbodes Titan-RT

03.11.2017

Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Aus diesem Grund ging es heute morgen bereits früh in Richtung Rappbode-Talsperre im Harz.

Die Megazipline Harzdrenalin war uns bekannt. An diesen Seilen hingen wir bereits. Die längste Hängebrücke ihrer Art, die knapp 500 Meter lange und bis zu 100 Meter hohe Titan-RT, hatten wir aber noch nicht betreten.

Die Automaten geben die Brücke bereits ab 8:00 Uhr frei. Zu diesem Zeitpunkt war es uns aber noch zu neblig. Etwas später wagten wir uns auf das bereits leicht schwankende Bauwerk. Die Bewegungen werden zum größten Teil von den Besuchern erzeugt. So war es auch gut, dass wir uns mit genügend Eindrücken zu einem Zeitpunkt von der Brücke verabschiedeten, als der Besucherandrang spürbar zunahm.

´






Aufgenommen mit:

Fotoshooting mit 80 Modellen

09.09.2017

Heute morgen hatte ich ein Fotoshooting mit knapp 80 wunderhübschen Modellen.

Ja; richtig jung waren sie jetzt nicht. Dafür aber auch überhaupt nicht zickig. ;-)

Für den vereinsinternen Katalog meines Vereins, dem RFT-Verein-Staßfurt, haben wir Fotos von ausgesuchten Geräten gemacht. Wir haben uns im ersten Schritt auf Radios konzentriert. Anders als die Musiktruhen (im Verein steht die größte Musiktruhensammlung Mitteldeutschlands), konnte man die kompakteren Geräte gut vor hellen Möbelplatten in Szene setzen.

Statt Blitz kam die vorhandene LED-Deckenbeleuchtung und ein zusätzlicher LED-Baustrahler zum Einsatz. Trotz dieser einfachen Beleuchtungssituation sind die Ergebnisse durchaus vorzeigbar.





4 Filme - 4 Kameras

27.08.2017

Aus dem Urlaub mit vielen Eindrücken, Vorsätzen und Bildern zurück, möchte ich mich zunächst nicht an neue Themen machen. Erst einmal möchte ich einige "offene" Projekte abschließen.

Die analoge Pentax ProgramA war vor dem Urlaub noch für das Doppelbelichtungsprojekt im Einsatz. Davor hatte sich das Projekt "4 Filme - 4 Kameras" in Eigendynamik entwickelt. Die vier Filme sind zwischenzeitlich entwickelt. Ich habe darüber jeweils hier berichtet. Nun möchte ich ein paar abschließende Worte finden:

Es hat Spaß gemacht! Das analoge Fotografieren war eine tolle Erfahrung. Ob das Thema Analogfotografie mich nachhaltig beeindruckt hat, kann ich aber abschließend noch nicht sagen. Die erste Begegnung fand mit der Pentax MX statt:

"Die Hübsche"

Die MX ist ein richtiger Augen-und Handschmeicheler. Sie ist leicht, klein und sehr gut verarbeitet. Mit der komplett manuellen Bedienung, auch wenn ein paar LEDs bei der Wahl der richtigen Belichtung unterstützen, hatte ich die richtige Kamera für den Einstieg gewählt. Die Einstellung der richtigen Blende, Belichtungszeit und ein manueller Fokus sind gleich mehrere Faktoren, die einen oft Automatik nutzenden Digitalfotografen fordern.
Die gespannt erwartete Entwicklung des ersten Film brachte positive Resultate. Blut war geleckt.

"Die Solide"

Die Praktica MTL5B hätte ich auch "Die Praktische" betiteln können. Aber aus Rücksicht vor dem Phrasenschwein möchte ich darauf verzichten. Die Kamera aus der ehemaligen DDR macht einen soliden Eindruck. Sie ist schwerer als die MX und wirkt auf den ersten Blick einfacher gestaltet. Doch ich mag ihre geraden Linien.
Auf der Praktica leistete beim zweiten Film ein eher durchschnittliches Objektiv seinen Dienst. Obwohl sich auch die Ergebnisse der Praktica sehen lassen können, wäre mit einer besseren M42-Linse noch mehr möglich gewesen. Doch das Projekt sollte auch aus Kostensicht im Rahmen bleiben. Und so sitzt auch heute noch dieses Objektiv auf der Kamera. Die Kamera ist definitiv die Lauteste in diesem Vergleich. Der dazugehörige Spiegelschlag ist für seine Verwacklungsgefahr berüchtigt. Dank kurzer Belichtungszeiten am Tag konnte ich dieses Problem nicht nachvollziehen.

"Die Vermessene"

Jetzt kommt es dann doch noch zum Einsatz - das Phrasenschwein. Die kleine Rollei XF35 ist eine Messsucherkamera mit einem kleinen Problem. Der dritte entwickelte Film brachte zum Vorschein, dass die Mechanik des Messsuchers in Zusammenarbeit mit dem festen Objektiv nicht einwandfrei arbeitet. Dabei werden dem Objektiv sehr gute Eigenschaften nachgesagt.

Die Rollei XF35 ist eine einfach zu bedienende Kamera. Bei der Belichtung hilft eine Automatik. Nur den Fokus muss man von Hand setzen. Als Kleinste der getesteten Kameras passt sie durchaus noch in Jackentaschen.
Nach den durchweg schlechten Ergebnissen, dem Defekt geschuldet, verschwand die Kamera schnell wieder unangetastet in der Schublade.

"Die Nützliche"

Die Bildergebnisse der Pentax ProgramA haben mich dagegen sehr überzeugt. Beim Fotografieren unterstützt die Kamera mit einer zuverlässigen Belichtungsautomatik. Diese hat beim vierten und letzten Film nicht ein einziges Mal danebengelegen. Alle Bilder wurde optimal belichtet.
Durch diese Automatik wurde das Fotografieren noch einmal wesentlich komfortabler. Der geübte Fotograf mag auch die Belichtung manuell steuern. Ich hingegen war froh, mich nur noch um Blende und Schärfe kümmern zu müssen.
Auf der ProgramA kam das vergleichsweise beste Objektiv zum Einsatz. Das Pentax K 50/f1.4 SMC bildete hervorragend ab und ist zwischenzeitlich per Adapter auch auf einer Systemkamera im Einsatz. Auf der analogen Kamera machte es die ProgramA zu meinem persönlichen Favoriten.

Vier Kameras mit vielen Unterschieden und einer Gemeinsamkeit: Sie besitzen den gleichen Sensor - hier liebevoll Film genannt. ;-)
Der FujiColor C200 war als preiswerter Einstiegsfilm gedacht. Mit seinen bunten und kräftigen Farben bedient er jedoch meine farbtechnischen Vorlieben. Auch unabhängig vom Preis würde ich bei einem Farbfilm wieder zum FujiColor C200 greifen.
Die Filme wurden in einem Drogeriemarkt vor Ort entwickelt. Dies war nicht immer problemlos. Für ca. 12,- EUR bekam ich neben dem entwickelten Film jeweils Abzüge und eine Foto-CD. Auf dieser optional bestellten CD waren die Scans als JPEG enthalten. Mit der Bildqualität bin ich grundsätzlich zufrieden. Für Fotos in Postkartengröße reicht die Auflösung der Scans. Auch für den TV oder das Internet kann man die Bilder gut verwenden. Pixelpeeper kommen bei Auflösungen von 1.536 x 1024 Pixel schnell an Ihre Schmerzgrenze.
Wer trotz fehlendem Fotoscanner höhere Auflösungen benötigt, kann die Filme natürlich in höherpreisigen Fotolaboren entwickeln lassen.

FAZIT

Nach über 15 Jahren Analog-Abstinenz war das Thema Analogfotografie für mich eine positive Erfahrung. Die Art und Weise des Fotografierens ist eine Andere. Für mich bedeutet es "bewußteres Fotografieren". Preis und anzählige Beschränkung erfordern eine höhere Aufmerksamkeit und eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Motiv.
Dass "weniger manchmal mehr" ist, macht sich auch nach dem Fotografieren bemerkbar. Weniger Bilder bedeuten auch weniger Nachbearbeitung und Auswahlqual. Wer sortiert schon gern 2.000 Urlaubfotos? Das Argument eines Fotofreundes, der für einen vergleichbaren Einsatz von Digitalkameras pragmatisch den Einsatz kleinerer Speicherkarten vorschlug, amüsiert mich noch immer.
Auch wenn zwischen einer Leica M7 und einer Rollei XF35 mechanische Welten liegen, so fehlt analogen Kameras gemeinsam ein technischer Diskussionspunkt: Als austauschbarer und universell einsetzbarer Sensor fungiert ein Film. Und dieser ist oft auch noch sehr gutmütig und verzeiht geringe Abweichungen bei der Belichtung. Somit beschränkt sich der Unterschied im Analogbereich im Großen und Ganzen auf den Einsatz der Optiken und die Arbeit des "Kameramanns" (oder auch -frau).
Zwei leere Fuji-Filme besitze ich noch. Diese werde ich mit der Pentax ProgramA aufbrauchen. Die Pentax MX geht voraussichtlich an Christian; die Rollei X35 werde ich als defekt deklariert abgeben.
Ob ich das Buch der Analogfotografie dann zuschlagen und die ProgramA verkaufen werde, mag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Warten wir doch diese beiden Filme ab ...

[Kommentare]

Instax Square SQ10 sieht schwarz

12.07.2017

Wir hatten 20 mal ausdrücklichen Spaß! Doch nun trennte ich mich wieder von ihr. Die Rede ist von der Sofortbildkamera Instax Square SQ10. ;-)

Zwischenzeilich habe ich zwei Pakete (je 10 Bilder) für die Instax-Kamera erhalten. Im Vorfeld habe ich mich sehr auf die Belichtung der Fotos gefreut. Im digitalen Format warteten bereits einige Motive auf ihre analoge Verwandlung. Mit knapp einem MegaByte pro Bild passen ganze Weltreisen auf meine kleinste MicroSD.

Ich war mir noch nicht sicher, ob die digitale Vorauswahl der Bilder letztlich den gewissen Überraschungsmoment eines herkömmlichen Sofortbildfotos zerstört. Doch an Überraschungen sollte es später nicht mangeln:

Die Animation des Druckvorgangs ist sehr gelungen. Das Digitalbild verlässt das Display nach oben hin. Dort kommt das (noch weiße) Bild aus dem Gerät. Nach wenigen Sekunden werden leichte Konturen auf dem Foto sichtbar. Während nach und nach immer mehr Details sichtbar werden, nehmen Sättigung und Kontrast zu. Doch leider scheint dieser Entwicklungsprozess es zu gut zu meinen.

Nach den ersten beiden Fotos machte sich Enttäuschung breit. Die Bilder waren gegenüber dem Display auf der Kamerarückseite viel zu dunkel. Der saftige grüne Rasen war eine schwarze Fläche; das Gesicht meines Kindes ebenfalls zu dunkel und kaum zu erkennen.

Was lief hier schief? War das Filmmaterial fehlerhaft oder gar die Kamera defekt?

Ein paar Ausdrucke später, der Zauber einer Sofortbildentwicklung ist wirklich sehr faszinierend, war ich schlauer:

Wenn ich auf die Bearbeitung und den Einsatz weiterer Filter verzichtete, fiel die "Verdunklung" nicht so stark aus. Der interne Monitor bildet scheinbar zu hell ab. Dies führt bei einer Bildbearbeitung an der Kamera dazu, dass man das Foto tendenziell zu dunkel gestaltet. Leider kann das Display nicht gedimmt werden.

Bei direkter Sonne leistet der interne Bildschirm gute Arbeit. Man kann ihn gut zur Ausschnitts-und Motivsuche verwenden. Daheim verleitet das helle Display jedoch wieder zum Einsatz dunklerer Filter oder Belichtungen.

Man kann dies als weiteren Überraschungsmoment oder als sportliche Lernkurve sehen. Mit knapp einem Euro je Bild sollten häufige Fehldrucke jedoch nicht auf der Tagesordnung stehen.

Die neue Instax Square SQ10 mag ein lustiges Stück Fotoapparat sein. Ich habe für mich entschieden, dass die Abweichung Monitor/Ausdruck ein Zufallselement zu viel ist. Ich habe aus diesem Grund die Kamera wieder zurückgeschickt.


Instax Square SQ10:

[Kommentare]

Ältere BeiträgeNeuere Beiträge